Spezialtiefbaukonzern
Bauer setzt auf Konjunkturprogramme

Der Tiefbaukonzern Bauer will von den weltweiten Konjunkturprogrammen profitieren und so Rückgänge im Geschäft ausgleichen. 2009 würden Umsatz und Gewinn leicht sinken.

HB SCHROBENHAUSEN. Vorstandschef Thomas Bauer zeigte sich in einem Interview optimistisch: "Wir glauben nicht, dass es eine gewaltige Delle geben wird." Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr will Bauer Ende April abgeben. Auch 2010 seien noch kleine Rückgänge möglich, ab 2011 rechne er mit Stabilisierung.

Die Aussichten könnten sich aber schneller verbessern, sagte der Vorstandschef und verwies auf "eine ganze Reihe großer Projekte", um die sich Bauer bemühe. "In unserem Geschäft kommt es manchmal nur auf ein, zwei größere Projekte an." Der Konzern ist Spezialist für Baugruben, Fundamente, für den Bau von Brücken und Kläranlagen und für Umwelttechnik und Ausbeutung von Bodenschätzen. Zudem produzieren die Bayern rund 80 verschiedene Spezialmaschinen wie Bohrgeräte, Fräsen oder Mischanlagen. Die breite Produktpalette und die weltweite Präsenz seien strukturelle Vorteile, sagte Bauer. "In der Summe bin ich zuversichtlich. Wir kommen gut durch die Krise."

Für Stabilität sorge das Bausegment, das relativ konstant weiterlaufe. Dank staatlicher Konjunkturprogramme könne Bauer in Westeuropa zulegen. In Regionen wie Saudi-Arabien, Abu Dhabi, Malaysia oder Hongkong bestehe sogar die Chance auf Wachstum. In den USA bleibe Bauer bei zahlreichen Infrastrukturprojekten "sehr gut beschäftigt". In Deutschland rechnet der Firmenchef, der auch Vizepräsident des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie ist, nicht mit einem raschen Ende der erst vor zwei Jahren eingesetzten Erholung. Sein Konzern habe 2008 "operativ klar schwarze Zahlen" geschrieben, das werde weiter gelingen.

Das größere Segment Maschinenbau werde unter der Krise "mehr leiden als der Bau", der Umsatz werde stärker zurückgehen. Bauer rechnet vor allem mit Einbrüchen bei kleineren Maschinen. "Das Resources-Segment wird 2009 wachsen", kündigte der Vorstandschef an. Die Sparte habe kürzlich einen Großauftrag für eine Wasserreinigungsanlage im Oman bekommen. In den nächsten fünf Jahren soll das Geschäft mit Umwelttechnik und dem Abbau von Bodenschätzen seinen Umsatzanteil auf 16 von zuletzt rund acht Prozent ausweiten. Langfristig peilt Bauer einen Wert von 25 Prozent an.

Trotz Krise arbeitet der Konzern den Angaben zufolge "im Moment noch volle Geschwindigkeit". Rückgänge könnten über den Abbau der rund 350 Leiharbeiterjobs und von Arbeitsplätzen in China ausgeglichen werden. In Deutschland gebe es keine Pläne für Kurzarbeit oder Stellenstreichungen, betonte Bauer.

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