Spielzeug-Verbund hofft auf hohe Einsparungen
Vedes will Firmensitz verkaufen

Europas größter Spielwarenhändler wird sich von seinen Immobilien in Nürnberg trennen. „Unsere Zentrale aus den 70er Jahren ist für die heutigen Zwecke viel zu groß“, sagte Vedes-Vorstandssprecher Thomas Märtz im Gespräch mit dem Handelsblatt. Zudem würden hohe Instandhaltungskosten anfallen.

jojo NÜRNBERG. Darüber hinaus sollen die beiden bestehenden Lager in Nürnberg und in Hockenheim zusammengelegt und mit einem Partner betrieben werden. Alles in allem will das fränkische Unternehmen dadurch seine Kosten um einige Millionen Euro drücken. Firmensitz von Vedes wird aber weiterhin Nürnberg bleiben.

Die Verkaufspläne haben einen wichtigen Grund: Märtz versucht, alle möglichen Sparpotenziale zu nutzen. Vedes leidet seit Jahren unter den fallenden Umsätzen im Spielwarenhandel. Die Gewinne fielen deshalb zuletzt äußerst mager aus. Vergangenes Jahr erwirtschaftete die Genossenschaft unabhängiger Spielwarenhändler im Konzern einen Gewinn von etwa 1,6 Mill. Euro. Der Umsatz fiel gegenüber 2001 um 4 % auf 427 Mill. Euro. Unter anderem hatten wichtige Mitglieder den Verbund verlassen.

Die Talfahrt setzte sich zu Jahresbeginn 2003 fort. Bis Ende Mai sanken die Einnahmen um knapp 2 %. Vor allem das Geschäft zu Ostern habe nicht den erwarteten Schub gebracht, bedauert Marketing-Vorstand Ursula Lindl. Die Aussichten seien sehr bescheiden: „Wenn wir das Minus der ersten fünf Monate übers Jahr halten können, wären wir schon glücklich.“ Lediglich Taschengeld-Artikel für bis zu 15 Euro seien in den Läden gefragt.

Vedes zählt fast 1 200 Mitglieder mit 1 400 Läden in fünf Ländern. In den vergangenen drei Jahren haben Lindl und Märtz das Unternehmen saniert und neu positioniert. Vedes war Ende der 90er Jahre durch eine verfehlte Wachstumspolitik in eine existenzbedrohende Schieflage geraten. Durch einen internen Umbau sowie den Verkauf zahlreicher Beteiligungen haben die beiden Vorstände das Unternehmen aber wieder auf Kurs gebracht.

Der Verkauf der Immobilien und der Umbau der Logistik ist nun der nächste Schritt, die Traditionsfirma für die Zukunft und einen schrumpfenden Spielzeug-Markt fit zu machen. Das bestehende Lager in Hockenheim wird dabei geschlossen. Neuer Logistikpartner soll die Rhenus AG werden.

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