Spielzeugpuppe verliert ihre Vorrangstellung
Barbie-Flaute setzt US-Konzern Mattel zu

Die Kultpuppe „Barbie“ ist nicht mehr attraktiv genug, andere Puppen stehlen ihr die Show. Da die blonde Plastik-Ikone junge Kunden seltener zum Kauf reizt und gleichzeitig Herstellungskosten stiegen, verzeichnete ihr Hersteller Mattel im ersten Quartal dieses Jahres einen Gewinnrückgang.

aug NEW YORK. Der weltgrößte Spielzeugkonzern erwirtschaftete in den ersten drei Monaten einen Nettogewinn von 9 Mill. $ oder 2 Cent je Aktie, nachdem im Vorjahresquartal ein Nettogewinn von 32,8 Mill. $ oder 7 Cent je Aktie in den Büchern stand. Analysten zeigten sich enttäuscht; sie hatten ein Ergebnis von durchschnittlich 9 Cent erwartet.

Der kalifornische Konzern hat mehr als 20 % Marktanteil auf dem 1,7 Mrd. $ schweren US-Markt an Wettbewerber verloren. Die Nummer zwei unter den Spielzeugherstellern, der US-Konkurrent Hasbro, konnte mit neuen Mini-Puppen und nach Kostensenkungen seinen Gewinn im ersten Quartal verfünffachen. Der Nettogewinn wuchs von 1,19 Mill. $ im Vorjahr auf 6,53 Mill. $ oder 3 Cent je Aktie an.

Der stärkste Konkurrent auf dem Puppen-Laufsteg kommt von MGA Entertainment und seinen Bratz-Puppen. Bis 2001 dominierte Barbie den USA-Markt mit mehr als 90 %. Inzwischen ist der Anteil von Mattel auf rund 70 % geschrumpft, auf die Nebenbuhler Bratz entfallen 30 %. Die Plastik-Mädchen tragen Plateau-Schuhe und Webpelzjacken – eine jugendlichere Gestalt als die eher damenhafte Barbie.

"Wir haben Barbie praktisch neu erfunden"

Dank des schwachen Dollar lag der Konzernumsatz von Mattel mit 780,9 Mill. $ um 5 % über dem Vorjahresumsatz von 745,3 Mill. $ und übertraf damit die Erwartungen von Analysten. Für das zweite Quartal liegen die Analystenprognosen bei einem Nettogewinn von 8 Cent je Aktie sowie einem Konzernumsatz von 789,36 Mill. $.

Um den Umsatz seiner Starpuppe anzukurbeln, stellte Mattel diesen Februar auf der American International Toy Fair acht Modelle vom Typ „Worlds of Barbie“ vor. „Wir haben Barbie praktisch neu erfunden“, sagte Vorstandschef Robert Eckert. Auch neue Accessoires – Ohrringe, Surfbretter und Motorräder – konnten die blonde Schöne nicht retten: Der Umsatz mit Barbie fiel weltweit um 6 %. „Der Kreativmotor von Mattel läuft nicht wie er laufen sollte“, sagte Lawrence Creatura von Clover Capital Management. In den vergangenen zwölf Monaten ist der Aktienkurs von Mattel um 18 % gefallen, während Hasbro 52 % zulegen konnte.

Mattel verkauft Barbie in mehr als 150 Ländern. Seit ihrer Geburt 1959 hat sie drei „Schönheitsoperationen“ hinter sich und ist in mehr als 80 verschiedene Rollen geschlüpft, vom Rockstar bis zur Präsidentschaftskandidatin.

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