Spirituosen
Asbach will nicht mehr „uralt“ sein

Noch immer ist Asbach der von den Kunden favorisierte Weinbrand. Doch nun fährt Markeninhaber Underberg mit dem traditionsreichen Weinbrand eine neue Strategie: Das Unternehmen will ran an die jüngeren Schnapskonsumenten. Mit einem Cola-Mix will Underberg an vergangene Zeiten anknüpfen.

RHEINBERG. "Asbach ja, aber nicht mehr uralt", sagt Underberg-Chef Wilfried Mocken, der das altbackene Image seiner traditionsreichen Weinbrandmarke am liebsten im hintersten Regal verstecken möchte.

Dabei ist dieses Lieblingsgetränk der Nachkriegsdeutschen immer noch der von den Kunden favorisierte Weinbrand im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Im vergangene Jahr verteidigte Asbach seine Marktführerschaft im deutschen Premium-Weinbrandmarkt immerhin mit rund 25 Prozent Marktanteil weiterhin knapp vor dem griechischen Metaxa (22,3 Prozent Marktanteil) und dem spanischen Mitbewerber Osborne (20,3 Prozent), stellte das Marktforschungsunternehmen AC Nielsen fest. Vielen Käufern klingt offenbar noch der unvergängliche Werbespruch in den Ohren: "Wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert."

Doch im Wettbewerb um jüngere Schnapskonsumenten, die auch vor einem süßklebrigen Jägermeister nicht zurückschrecken, bleibt Asbach immer häufiger auf der Strecke. Deshalb fährt Mocken mit Asbach jetzt eine Doppel-Strategie. Zum einen setzt er weiter auf eine ältere, zahlungskräftige Kundschaft, denen er den Weinbrand jetzt als hochpreisigen "Privat-" oder "Spezialbrand" anbietet. Mit einem Jahrgangsbrand aus dem Jahr 1972 erzielt Mocken nach eigenen Angaben sogar Preise wie mit einem guten Cognac.

Mit Cola gemixt soll der Klassiker "Asbach Cola" hingegen an die Zeiten anknüpfen, als aus der Musikbox noch der Ohrwurm "Op La Di, Op La Da" dröhnte und auf vielen heimischen Getränkekarten unter der Rubrik "Longdrinks" zusätzlich nur "Wodka Lemon" zu finden war. "Asbach Cola soll der Star auf jeder Sommerparty werden", wünscht sich Mocken. "Eine gute Idee", sagt Branchenexperte Herbert Latz-Weber, Herausgeber des "Getränke-Newsletters online". Underberg nutze mit Asbach die Chance, die sich derzeit zur "Wiederbelebung der braunen Spirituose" biete.

Der jüngere Clubgänger erkennt nach der Überarbeitung des Szene-Auftritts die original Asbach-Cola nunmehr an dem roten, stilisierten "A". Lediglich dieser markante Buchstabe ist als Wiedererkennungsmerkmal auf den aktuellen Longdrinkgläsern und Displays übrig geblieben.

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