Spirituosen-Geschäft kostet 10,7 Milliarden Euro
Pernod Ricard schluckt Allied Domecq

Der französische Spirituosenhersteller Pernod Ricard übernimmt für 10,7 Milliarden Euro seinen britischen Konkurrenten Allied Domecq. Damit rückt der Konzern näher ran an die Nummer eins am Weltmarkt, Diageo.

HB PARIS. „Nach Segram ist dies einen weiterer Schritt in unserer Strategie, die Welt besser abzudecken und wichtige Marken in allen Spirituosenkategorien zu haben“, sagte Pernod-Chef Patrick Ricard am Donnerstag. Mit der Übernahme sichert sich Pernod Marken wie Beefeater Gin, Malibu Rum, Ballantine's Whisky sowie die Liköre Kahlua und Tia Maria. Pernod wird damit zur Nummer zwei auf dem weltweiten Spirituosenmarkt und verdoppelt seine Größe nahezu. 2001 war Pernod durch die Übernahme der Getränkesparte von Segram zur Nummer drei in der Branche aufgestiegen.

Das Angebot, das mit einer Anleihe und der Ausgabe neuer Pernod-Aktien finanziert werden soll, bewertet Allied mit 670 Pence je Aktie - ein Aufschlag von vier Prozent zum Schlusskurs der Aktie vom Mittwoch. Pernod bietet 545 Pence in Bar und 0,0158 neue Pernod-Aktien für jede Allied-Aktie. Rund 80 Prozent des Angebotes, dessen Abschluss in den nächsten drei bis vier Monaten erwartet wird, zahle Pernod in Bar.

An der Übernahme ist neben Pernod auch der Mischkonzern Fortune Brands beteiligt, der rund 2,8 Milliarden Pfund bezahlt und dafür Marken wie Sauza Tequila, Courvoisier Cognac, Canadian Club sowie Larios Gin von Pernod übernimmt. Zur Finanzierung der Übernahme nimmt Pernod zudem rund neun Milliarden Euro bei einer Gruppe von Banken, darunter JP Morgan und Morgan Stanley, auf. Darüber hinaus ist die Ausgabe von 17,5 Millionen neuen Pernod-Aktien geplant.

„Das ist ein exzellenter Deal und der Preis stimmt“, sagte Fondsmanagerin Jacques-Antoine Bretteil von International Capital Gestion.

Die Aktien von Pernod und Allied legten nach Bekanntgabe des Übernahmeangebots an der Börse kräftig zu. Pernod-Aktien kletterten um mehr als sechs Prozent auf ein Jahreshoch von 124,4 Euro, Allied-Aktien stiegen um 2,8 Prozent auf 661 Pence.

Nach Angaben von Pernod wird die Übernahme den Gewinn je Aktie vom ersten Jahr nach der Übernahme an positiv beeinflussen und vor Steuern Kostensynergien von 300 Millionen Euro pro Jahr bringen. Im Rahmen der Übernahmen gingen einige Stellen bei Allied verloren, eine konkrete Zahl nannte Pernod aber nicht.

Allied wies am Donnerstag für das erste Halbjahr einen Gewinn vor Steuern von 285 Millionen Pfund aus und und schlug eine vorläufige Dividende von 6,5 Pence vor.

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