Spirituosengeschäft
Pernod Ricard regelt künftige Führung

Nach dem Tod Patrick Ricards soll der der Spirituosen- und Weinhersteller in Familienhand bleiben. Der 40-jährige Alexandre soll zum neuen starken Mann aufgebaut werden.
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ParisDie Führung des weltweit zweitgrößten Spirituosen- und Weinhersteller Pernod Ricard soll nach dem plötzlichen Tod der langjährigen Leitfigur Patrick Ricard fest in Familienhand bleiben. Wie das französische Unternehmen am Donnerstag zur Bilanzvorlage mitteilte, wird Ricards Neffe Alexandre in den nächsten zweieinhalb Jahren zum neuen starken Mann aufgebaut. Der heute 40-Jährige soll von 2015 an sowohl die operativen Geschäfte führen als auch dem Verwaltungsrat vorsitzen.

In der Überbrückungsphase übernimmt Patrick Ricards Schwester Danièle die Führung des Verwaltungsrats. Pierre Pringuet bleibt als Geschäftsführer im Amt. Patrick Ricard war Mitte des Monats überraschend im Alter von 67 Jahren gestorben. Der Unternehmer war der Sohn von Paul Ricard, der 1932 die für ihren Pastis (Anisschnaps) weltbekannte Firma gegründet hatte.

Im Geschäftsjahr 2011/2012 verbuchte Pernod Ricard nach den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen das stärkste Wachstum seit der Wirtschaftskrise vor vier Jahren. Getrieben von der starken Nachfrage vor allem in Asien stieg der Umsatz im Vergleich zum Geschäftsjahr 2010/2011 um sieben Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 1,1 Milliarden Euro (plus 10 Prozent). Wachstumstreiber waren vor allem Marken wie Martell (Cognac), Chivas Regal (Scotch Whisky) und Jameson (Irish Whiskey). Auch für dieses Jahr rechne das Unternehmen trotz der unsicheren Wirtschaftslage mit weiterem Wachstum, teilte Pringuet mit.

Im Gegensatz zu vielen Kollegen aus diversen Branchen entdeckte Pringuet noch keine Zeichen für eine Abkühlung des chinesischen Marktes. Stattdessen greifen die Chinesen immer öfter zu den Flaschen aus dem Hause Pernod Ricard, zu dessen Angebot neben dem Pastisschnaps auch Wodka-, Whisky und Cognac-Marken zählen.

Die Anleger zeigten sich dennoch verhalten: Pernod-Aktien verloren in Paris rund 1,5 Prozent. Noch strahlendere Zahlen hatte in der vergangenen Woche der britische Branchenprimus Diageo vorgelegt, der dank des Wachstums in Schwellenländern ein Gewinnplus von 13 Prozent auswies.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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