Spirituosenkonzerne
Pernod Ricard muss Milliarde nachschütten

Der Spirituosenkonzern Pernod Ricard will gut eine Milliarde Euro am Kapitalmarkt einsammeln und damit seinen Schuldenberg abtragen. Die weltweite Nummer zwei nach Branchenprimus Diageo meldete zugleich für das dritte Quartal einen Umsatzrückgang. Es gibt aber Anlass zur Hoffnung.

HB PARIS. Im laufenden vierten Quartal sollten sich die Geschäfte aber wieder bessern, teilte Pernod Ricard am Mittwoch in Paris mit. Die Aktie legte zeitweise um fast sieben Prozent zu und gewann zuletzt 3,35 Prozent auf 42,91 Euro.

Pernod Ricard hatte seine Kapitalerhöhung bereits angekündigt und nannte nun die Konditionen, zu denen sie abgewickelt werden soll. Aktionäre können für jede 17. Aktie drei neue zeichnen. Der Konzern will so insgesamt 38,8 Mio. neue Papiere ausgeben. Den Preis setzte Pernod Ricard auf je 26,70 Euro fest.

Dies wären 36 Prozent weniger als der Schlusskurs vom Dienstag und laut Analyst Francis Pretre von CM-CIC Securities ein größerer Preisnachlass als erwartet. Die Zeichnungsfrist läuft vom 16. bis 29. April. Insgesamt will der Konzern so sein Kapital um 1,04 Mrd. Euro erhöhen.

Nicht zuletzt durch den mehr als fünf Mrd. Euro teuren Kauf von Vin & Spirit, dem Hersteller der Wodka-Marke Absolut, hatte sich der Schuldenberg von Pernod Ricard auf zwölf Mrd. Euro aufgetürmt. Die Franzosen haben deshalb dem Abbau der Verbindlichkeiten äußerste Priorität eingeräumt. Vorstandschef Pierre Pringuet sagte der französischen Zeitung "Les Echos" (Mittwochausgabe), der Konzern wolle sich von einigen seiner Marken trennen und erwäge, seine Immobilien zu verkaufen. Vergangenen Woche hatte Pernod Ricard bereits den Verkauf der Whiskey-Marke Wild Turkey an den italienischen Spirituosenhersteller Campari gemeldet.

Pernod Ricard veröffentlichte zudem vorläufige Umsatzzahlen. Danach stieg in den ersten neun Monaten der Umsatz um neun Prozent auf 5,6 Mrd. Euro. Organisch belief sich das Wachstum auf 0,3 Prozent. Im dritten Quartal alleine (Ende März) lag der Umsatz mit 1,4 Mrd. Euro aber um zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Organisch betrug das Minus sogar zwölf Prozent.

Dem Konzern machen die Abschwächung der osteuropäischen Märkte, die nachlassenden Verkäufe in Duty-Free-Shops, aber auch die hohen Lagerbestände bei den Großhändlern zu schaffen, die diese erst abbauen müssen. Darüber hinaus belasten Währungsschwankungen. Laut Pringuet haben sich die Geschäfte in den zurückliegenden Monaten schwächer entwickelt als der weltweite Trend. In den USA dürften sich die Großhändler auch weiterhin mit neuen Bestellungen zurückhalten. Im laufenden vierten Quartal sollten sich die Umsätze im Konzern aber wieder mit dem Markt entwickeln, sagte Pringuet.

Für das Ende Juni auslaufende Geschäftsjahr bestätigte Pernod Ricard seine Prognose. Im Gesamtjahr 2008/09 will der Konzern erstmals einen Überschuss von mehr als einer Milliarde Euro ausweisen.

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