Sponsoring
Solarfirmen stürmen in die Bundesliga

Keine Branche sponsert in der Bundesliga mehr Vereine als die Finanzindustrie. Doch Solaranbieter holen immer mehr auf - wie jetzt zum Beispiel auch bei Hoffenheim gibt es reihenweise Partnerschaften.
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Jochen Rotthaus sagt, er hätte nicht jeden Partner akzeptiert – obwohl vielleicht die eine oder andere Million mehr drin gewesen wäre für 1899 Hoffenheim. „Wir haben nach Sponsoren aus Branchen mit nachhaltigen Wachstumsstrategien Ausschau gehalten“, erläutert der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten. „In der Solarbranche war für uns Suntech als Weltmarktführer der ideale Partner. Ihn haben wir angesprochen.“

Und die Chinesen ließen sich nicht lange bitten. Am vergangenen Dienstag wurde bekannt: Suntech überweist in den nächsten drei Spielzeiten nach unbestätigten Angaben jeweils 4,5 Millionen Euro für den Werbeplatz auf dem Trikot. Das wären zwei Millionen Euro mehr als 1899 in der abgelaufenen Spielzeit vom scheidenden Hauptsponsor TV-Digital erhielt. 

Neben dem zusätzlichen Geld freut sich Hoffenheim auf einen gelungenen Imagetransfer: „Beim Sponsoring ist es nicht leicht, den Spagat zwischen Erlösmaximierung und konsequenter Markenführung hinzubekommen“, sagt Rotthaus. Mit Solarfirmen funktioniert das derzeit offensichtlich gut. „Das unerwartete Aus der Atomkraft hat den Wettbewerb unter den Anbietern von erneuerbaren Energien plötzlich angeheizt. Die Unternehmen versuchen jetzt, sich möglichst schnell am Markt zu positionieren“, sagt Bastian Preut, Sponsoring-Experte beim Hamburger Marktforschungsunternehmen Ipsos.  

Nachdem im Januar dieses Jahres der chinesische Photovoltaik-Hersteller Yingli Solar bei Bayern München einstieg, setzen sich zu Beginn der Saison 2011/12 gleich eine ganze Reihe Solarfirmen als Sponsor in Szene. Der südkoreanische Hersteller Hanwha Solar tritt ab der kommenden Saison als sogenannter Exklusiv-Partner beim Hamburger SV auf.

Kommentare zu " Sponsoring: Solarfirmen stürmen in die Bundesliga "

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  • Es ist schon fragwürdig wenn auf der einen Seite die Solarfirmen Millionen für Werbung locker machen können und auf der anderen Seite jammern wenn der Staat die Subventionen kürzt.

  • Naja Solarstrom hat schon seine Berechtigung, allerdings sind die Wirkungsgrade noch ausbaufähig.

    Unseriös finde ich allerdings die Partnerschaft zwischen Bor. Dortmund und der finanziell kränkelnden Q-Cells. Pro Jahr fließen 2 Mio. Euro nach Dortmund. Und dieser Deal ist nicht erst seit gestern bekannt. Liebes Handelsblatt, das ist seit Wochen bekannt! Leider war sogar die Bild-Zeitung schneller:
    http://www.bild.de/sport/fussball/juergen-klopp/bekommt-ein-oeko-stadion-18499138.bild.html
    vom 23.06.11

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