Sportartikel
Adidas mit guten Zahlen und neuem Aufsichtsratschef

Sportartikelhersteller Adidas hat seinen Überschuss steigern und die Erwartungen der Analysten übertreffen können. Offenbar zahlt sich die Übernahme von Reebok langsam aus. Außerdem stellte das Unternehmen einen ehemaligen Wirtschaftsminister als neuen Aufsichtsratschef vor.

HB MÜNCHEN. Neuer Aufsichtsratschef bei Sportartikel-Hersteller Adidas wird der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Herzogenaurach mit. Der 76-jährige FDP-Politiker übernehme das Amt vom gleichaltrigen Henri Filho, der aus persönlichen Gründen ausscheide. Friderichs ist seit November 1990 im Kontrollgremium des Sportartikel-Herstellers und war bisher Filhos Stellvertreter. In den Aufsichtsrat rückt der 46-jährige Stefan Jentzsch, der Chef der Investmentbank Dresdner Kleinwort, nach.

Im dritten Quartal stieg der Überschuss überraschend deutlich um 22 Prozent auf 298 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit 285 Millionen Euro gerechnet. Adidas erklärte den Anstieg unter anderem mit der 3,2 Milliarden Euro teuren Übernahme der US-Marke Reebok, die seit 2006 zum Konzern gehört. Die Fusion bringe Kostenvorteile im Einkauf. Dadurch habe sich die Rohertragsmarge verbessert.

Der Umsatz stagnierte im dritten Quartal bei 2,94 Milliarden Euro. Zuwächse gab es bei der Kernmarke Adidas und der Golfmarke TaylorMade, besonders in Asien. Rückgang mussten die Franken dagegen bei Reebok verkraften.

Der US-Markt ist nicht nur bei Adidas die Achillesferse. Beim Herzogenauracher Konkurrenten Puma fielen die US-Umsätze im dritten Quartal zum Beispiel um zehn Prozent. Bei Adidas waren es in Nordamerika neun Prozent. Die Probleme gehen auf den angeschlagenen US-Sportschuhhändler Foot Locker zurück. Dieser will hunderte von Läden schließen und baut massiv Lagerbestände ab. Bei Herstellern von Sportkleidung und Schuhen werden daher kaum noch neue Waren bestellt.

Trotz der Schwierigkeiten bestätigte Adidas seine Prognosen für 2007. Demnach soll der Umsatz währungsbereinigt um rund fünf Prozent steigen, der Gewinn soll um knapp 15 Prozent zulegen. Für die Kernmarke erhöhte Adidas seine Prognose: Der Umsatz von Adidas soll um einen hohen einstelligen Prozentsatz klettern, bisher war von einem mittleren einstelligen Satz die Rede.

Adidas-Chef Herbert Hainer erwartet, dass sich 2008 die „Dynamik bei Umsatz und Gewinn sogar noch beschleunigt“. Im nächsten Jahr steht neben den Olympischen Sommerspielen in Peking auch die Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz auf dem Programm. Davon profitiert Adidas bereits jetzt. Die Auftragsbestände für die Hauptmarke lagen Ende September währungsbereinigt 16 Prozent über dem Vorjahr. „Dies ist die höchste Wachstumsrate seit über neun Jahren“, hieß es.

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