Sportartikel
Adidas setzt in der Krise auf Hainer

Der Sportartikelhersteller Adidas wird die jetzige Wirtschaftskrise nach eigenen Angaben nicht leicht wegstecken - und vor allem nicht schnell überwinden können. Die wichtigsten Märkte seien in einer schwierigen Phase. Diese Situation will das Unternehmen mit dem alten und neuen Vorstandschef überwinden.

HB MÜNCHEN. Der Sportartikel-Hersteller Adidas setzt im Management auf Kontinuität. Der Vertrag von Vorstandschef Herbert Hainer sei über 2010 hinaus um einige Jahre verlängert worden, teilte der Branchenzweite am Donnerstag bei der Hauptversammlung in Fürth mit. Die genaue Laufzeit wurde nicht genannt. In der Regel gelten Vorstandsverträge bei großen Firmen für fünf Jahre.

Hainer ist seit März 2001 Chef des Dax-Konzerns. In seiner Amtszeit ist der Rivale von Branchenprimus Nike mit hohem Tempo gewachsen, kämpft nun aber in der Wirtschaftskrise mit großen Problemen. Im ersten Quartal 2009 brach der Gewinn fast vollständig auf magere fünf Millionen Euro ein. Im Gesamtjahr hat sich das Unternehmen, das für seine Marke mit den drei Streifen berühmt ist, auf einen Umsatz- und Gewinnrückgang eingestellt. Adidas reagiert darauf mit einem Sparprogramm, das auch den Abbau von gut 1 000 der 39 000 Stellen vorsieht.

An der Spitze des Aufsichtsrates gibt es unterdessen einen Wechsel: Der frühere Aventis-Chef Igor Landau soll den Posten übernehmen und Nachfolger des aus Altersgründen scheidenden Hans Friderichs werden. Hainer wird ein gutes Verhältnis zu dem Franzosen Landau nachgesagt, der seit längerem bei Adidas als Kontrolleur tätig ist und auch im Aufsichtsrat der Allianz sitzt. Neu im Adidas-Aufsichtsrat sind zudem Daimler-Manager Herbert Kauffmann und der russische Schwimm-Olympiasieger Alexander Popow.

Adidas will sich trotz Konsumflaute keinesfalls an Rabattschlachten beteiligen. Die Preise sollten stabil bleiben, sagte Hainer vor rund 500 Aktionären. "Geiz ist eben nicht geil." Markenprodukte dürften nicht verramscht werden. 2009 werde ein schwieriges Jahr: "Unsere Bruttomarge wird 2009 unter Druck kommen, weil die Händler gerade in den reifen Märkten wie Nordamerika und Großbritannien mit Preisnachlässen auf die sinkende Konsumlust reagieren werden." Parallel erhöhten sich die Beschaffungskosten für die Hersteller.

Dramatischer als die konjunkturelle Krise seien für Adidas die starken Währungsschwankungen, wie etwa die Abwertungen des russischen Rubels und des britischen Pfunds zum Euro, ergänzte Hainer. Den zuletzt deutlich gestiegenen Schuldenberg sieht Finanzchef Robin Stalker nicht als Gefahr an. Der Konzern aus dem fränkischen Herzogenaurach habe ungenutzte Kreditlinien von 3,9 Milliarden Euro. Trotzdem sollen die Verbindlichkeiten dieses Jahr und auch auf mittlere Sicht sinken.

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