Sportartikel-Hersteller
Adidas bleibt auf der Ware sitzen

Die Konsumflaute hat den erfolgsverwöhnten Sportartikel-Hersteller Adidas zu Jahresbeginn massiv belastet. Der Konzern verfehlte die Erwartungen deutlich.

MÜNCHEN. Der Sportkonzern Adidas hat die Auswirkungen der weltweiten Rezession in den vergangenen Monaten massiv unterschätzt. In den Lagern des zweitgrößten Sportartikelanbieters der Welt stapelt sich die unverkaufte Ware, weil die Planer vergangenes Jahr noch mit einem deutlich höheren Konsum gerechnet haben. Doch inzwischen machen viele Sportler einen Bogen um die Läden. Die Vorräte des fränkischen Traditionsunternehmens seien deshalb im ersten Quartal um mehr als ein Viertel auf zwei Mrd. Euro gestiegen, warnte Adidas gestern.

Selbst wenn die Badehosen, Turnschuhe, T-Shirts und Rucksäcke des Konzerns in diesen Tagen Käufer finden, muss Adidas zittern. Denn immer öfter kommt es vor, dass die Händler ihre Rechnungen zu spät oder gar nicht zahlen. Wertberichtigungen in Millionenhöhe sowie ein starker Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind die Folge.

„Ich sehe keine Anzeichen einer Konjunkturerholung“, machte Vorstandschef Herbert Hainer gestern Hoffnungen auf eine schnelle Besserung zunichte. Zumindest dieses Jahr werde es keine positive Veränderung geben. Das heißt: Umsatz und Gewinn werden 2009 im Vergleich zum Vorjahr fallen. Die Quittung für seine düstere Prognose erhielt der Manager an der Börse: Mit einem Minus von mehr als acht Prozent auf 27 Euro war Adidas am Dienstag größter Verlierer im Dax.

Analysten zeigten sich schockiert von den gestern vorgelegten Quartalszahlen. „Adidas startet mit Wadenkrämpfen in das Jahr 2009“, lästerte die NordLB. Die Hypovereinsbank sprach von einem „desaströsen“ Ergebnis. Mit mageren fünf Mio. Euro lag der Gewinn deutlich unter den Erwartungen der Analysten – sie hatten mit rund 100 Mio. Euro gerechnet. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr verbuchten die Franken noch 169 Mio. Gewinn im Auftaktquartal. Auch beim Umsatz enttäuschte Adidas – er schrumpfte um zwei Prozent. Überall auf der Welt gingen die Verkäufe zurück, sogar in den Schwellenländern Asiens, wo die Traditionsfirma zuletzt stark gewachsen ist.

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