Sportartikel-Hersteller
Adidas nimmt Reebok an die kurze Leine

Der Sportartikel-Hersteller Adidas hat im zweiten Quartal trotz der Konsumflaute unerwartet einen kleinen Gewinn erzielt. Der Konzern aus Herzogenaurach rechnet nun mit einer besseren zweiten Jahreshälfte. Sorge bereitet aber die US-Tochter Reebok. Darauf reagiert Adidas mit einer neuen Struktur.

HB HERZOGENAURACH. Fortschritte bei der krisengeplagten US-Tochter Reebok, die schon vor der Rezession mit Problemen kämpfte, ließen auch im zweiten Quartal auf sich warten. Der Reebok-Umsatz fiel im Zeitraum April bis Juni ohne Währungseffekte um neun Prozent auf 449 Mio. Euro, der Betriebsverlust summierte sich auf 51 Mio. Euro.

Die Prognose für die Tochter hat Adidas nun gesenkt. Der Konzern rechnet damit, dass die Erlöse im Gesamtjahr währungsbereinigt im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zurückgehen und nicht mindestens stabil bleiben, wie zuletzt prognostiziert. Als Grund für die geänderten Erwartungen nannte eine Sprecherin auf Anfrage die Entwicklung der Marke in den Schwellenländern. Das Geschäft laufe dort nicht so gut wie angenommen.

Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer hatte der Tochter, die 2006 für gut drei Mrd. Euro übernommen wurde, immer wieder eine Bestandsgarantie ausgesprochen. Nun macht er Reebok noch stärker zur Chefsache. Er selbst übernimmt zusätzlich die Zuständigkeit für den weltweiten Verkauf (Global Sales). Adidas-Vorstandsmitglied Erich Stamminger verantwortet künftig den neu geschaffenen Bereich "Global Brands". Bisher war er für die Marke Adidas zuständig, jetzt kommt Reebok hinzu. Die obersten Marketing-Manager sowie Reebok-Chef Uli Becker werden an Stamminger berichten.

Mit der neuen Struktur solle das Markenmanagement von Adidas und Reebok gestärkt werden, hieß es. Reebok-Produkte sollten teurer und margenstärker werden, so der Plan des Adidas-Managements. Der Fokus wird stärker auf Frauen und Fitness gelegt.

In der Telefonkonferenz am Mittwoch sagte Hainer zudem, sein Vertrag bei Adidas sei um fünf Jahre bis 2015 verlängert worden. Die Verlängerung an sich war zuvor bekannt gewesen, nicht aber deren Dauer.

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