Sportartikel-Hersteller
Outdoor-Ausrüster erklimmen neue Höhen

Die Deutschen entdecken den Urlaub in der Heimat wieder und bescheren spezialisierten Sportartikel-Herstellern Rekordumsätze. Die Outdoor-Industrie setzt damit selbst in der schlimmsten Wirtschaftsflaute seit dem Zweiten Weltkrieg ihren Siegeszug fort. Schon in den vergangenen Jahren ging es steil bergauf.

MÜNCHEN. Reisen in die Alpen statt nach Thailand: Immer mehr Deutsche verzichten in diesen Tagen auf teure Flugreisen. Stattdessen verbringen die Menschen ihre Freizeit vor der eigenen Haustür. Über diesen Trend freuen sich nicht nur die Anbieter lokaler Reisedomizile, sondern vor allem die Hersteller von Outdoor-Equipment: "Für den Kurzurlaub in nächster Nähe brauchen die Leute die entsprechende Ausrüstung", sagt der auf Sport und Freizeit spezialisierte Strategieberater Franz Schmid-Preissler. Das spürt Stefan Rosenkranz, Geschäftsführer des Münchener Outdoor-Ausrüsters Salewa, in der eigenen Kasse: "In den ersten drei Monaten des Jahres lagen wir deutlich im Plus."

Rosenkranz hat allen Grund, die Rezession gelassen zu sehen. Denn schon jetzt steht fest, dass er das Jahr mit ordentlichen Zahlen abschließen wird. "Die Vororder der Händler für den nächsten Winter liegt zweistellig über dem letzten Jahr", sagt der Manager. In den vergangenen Wochen haben die Sportgeschäfte bereits einen großen Teil der Ware bestellt, die sie dann vor Weihnachten verkaufen werden.

Es hat seinen Grund, dass sich die Ladenbesitzer trotz Krise nicht mit ihren Aufträgen zurückgehalten haben: Die Lager sind nach dem zu Ende gehenden Winter leer. Weil es monatelang kalt war und in weiten Teilen Deutschlands Schnee lag, haben die Menschen viel Geld für warme Kleidung, feste Schuhe, Schlitten und Skier ausgegeben. Die Händler benötigen also neue Ware, wollen sie ihre Regale auch in der kommenden Wintersaison ordentlich bestücken.

Die Outdoor-Industrie setzt damit selbst in der schlimmsten Wirtschaftsflaute seit dem Zweiten Weltkrieg ihren Siegeszug fort. Schon in den vergangenen Jahren ging es steil bergauf. "Der Markt hat sich seit 2001 verdoppelt", sagt Intersport-Chef Klaus Jost. Von den zehn größten Lieferanten des Fachhändlerverbunds sind inzwischen sechs aus diesem Segment. Die Outdoor-Marke Jack Wolfskin sorgt in den 1400 Intersport-Läden in Deutschland sogar für mehr Umsatz als der Sportkonzern Puma. Der Hersteller von Regenjacken und Wanderhosen hat Puma vergangenes Jahr als Nummer drei der wichtigsten Zulieferer abgelöst. Vor drei Jahren lag Wolfskin noch abgeschlagen auf Platz neun.

Die auf Outdoor spezialisierten Händler der Konkurrenz von Sport 2000 haben ihre Einnahmen vergangenes Jahr um satte 22 Prozent gesteigert. Mit einem solchen Zuwachs rechnet in der Branche für 2009 zwar niemand. Doch Berater Schmid-Preissler geht immer noch von einem Plus von zehn Prozent aus: "Das ist eine gesunde Industrie, die für gutes Geld solide Ware liefert."

Viele der Outdoor-Anbieter sind in Familienbesitz und schon seit Jahrzehnten am Markt. Die weltweit führenden Sportkonzerne Nike und Adidas versuchen zwar schon lange auf diesem Gebiet Fuß zu fassen. Bislang ist ihr Erfolg aber bescheiden. Es dominieren Traditionsmarken wie der Bekleidungsspezialist Schöffel, der Schuhhersteller Meindl oder der Rucksackproduzent Deuter.

Seite 1:

Outdoor-Ausrüster erklimmen neue Höhen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%