Sportartikel-Hersteller
Puma geht die Puste aus

Der Sportartikelhersteller Puma blickt trübe ins laufende Geschäftsjahr. Umsatz und Gewinn dürften kräftig einbrechen. Nun will sich das Unternehmen wieder einmal neu erfinden.
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FrankfurtPuma kann sich der Konsumflaute in Europa nicht mehr entziehen. Der Sportartikel-Hersteller verabschiedete sich daher am Mittwoch von der Hoffnung, dank Fußball-Europameisterschaft und Olympischen Sommerspielen 2012 wieder an alte Erfolge anknüpfen zu können.

Nach zuletzt schon schwachen Zahlen von Marktführer Nike ist es das zweite Alarmzeichen für die ansonsten erfolgsverwöhnte Branche. Sparen lautet plötzlich wieder die Devise - Puma forciert seinen Konzernumbau und selbst Adidas trifft trotz viel besserer Absatzerfolge erste Vorsichtsmaßnahmen. An der Börse herrscht Skepsis: Vor allem Puma-Papiere stürzten zur Wochenmitte ab.

Für Puma-Chef Franz Koch ist es die erste schwere Schlappe im Amt: Er muss die Prognose für 2012 senken. Statt eines Umsatzwachstums von knapp zehn Prozent wird jetzt nur noch mit einem Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich gerechnet. Wegen Sonderlasten für das Sparprogramm in Höhe von etwa 100 Millionen Euro dürfte der Konzerngewinn zudem deutlich unter dem Vorjahreswert von 230,1 Millionen liegen.

Von Reuters befragte Analysten hatten zuletzt für 2012 mit einem Überschuss von 243 Millionen Euro gerechnet. Eigentlich war der 33-jährige Koch, der Puma wieder sportlicher machen und so eine bessere Balance zum Lifestyle-Segment schaffen will, angetreten, um der Firma zu altem Glanz zu verhelfen, als Puma zu den begehrtesten Marken zählte und Nike und Adidas immer wieder die Show stahl.

Die Schuldenkrise macht ihm nun aber einen Strich durch die Rechnung. Puma hatte im ersten Quartal vor allem in Frankreich, Italien und Skandinavien geschwächelt, außerhalb Europas auch in China enttäuscht. Diese Trends scheinen sich fortgesetzt zu haben. Details sollen nächste Woche veröffentlicht werden. Offen ist, ob die mittelfristige Planung bis 2015 - angepeilt wird ein Umsatz von vier Milliarden Euro - zu halten ist.

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