Sportartikel-Hersteller
Puma muss herben Gewinneinbruch verkraften

Der Sportartikel-Hersteller leidet unter den hohen Kosten für den Konzernumbau. Der Umsatz im dritten Quartal klettert zwar, doch der Gewinn bricht um mehr als 85 Prozent ein. Vorstandschef Franz Koch will gegensteuern.
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Herzogenaurach Die Kosten für den Umbau beim Sportartikelkonzern Puma haben im dritten Quartal zu einem herben Gewinneinbruch geführt. Sonderkosten dafür in Höhe von 80 Millionen Euro verhagelten dem Sportartikel-Hersteller das dritte Quartal. Der Überschuss brach um 85 Prozent auf 12,2 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen aus Herzogenaurach am Mittwoch mitteilte.

Der Umsatz kletterte zwar um sechs Prozent auf 892,2 Millionen Euro. Währungsbereinigt stagnierten die Erlöse allerdings. Die Bilanz lag klar unter den Markterwartungen: Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Nettogewinn von 36,4 Millionen Euro und Umsätzen von 906 Millionen gerechnet.

Puma will nun mit zusätzlichen Kostensenkungen gegensteuern. Zur Höhe wurden zunächst keine Angaben gemacht. Die Marke mit der springenden Raubkatze will 80 unrentable Geschäfte schließen. Allerdings würden in Wachstumsmärkten neue Stores eröffnet, hieß es. Bis Ende 2013 will Puma in Eigenregie noch rund 540 Shops betreiben, aktuell sind es 590. Unprofitable Werbeverträge sollen zudem gekündigt werden. Die Produktpalette soll um satte 30 Prozent reduziert werden, vor allem lokale Kollektionen sollen wegfallen. Puma verändert auch die Strukturen in Europa und reduziert dabei beispielsweise die Anzahl der Lager.

Der Branchendritte nach Nike und Adidas bekräftigte, seinen Umsatz im Gesamtjahr 2012 um einen mittleren einstelligen Prozentsatz steigern zu wollen. Der Konzerngewinn dürfte aufgrund von Sonderlasten für den Konzernumbau aber nach Firmenangaben deutlich unter dem Wert von 2011 liegen, als es 230 Millionen Euro waren.

Beim Umsatz profitieren die Franken aber schon jetzt maßgeblich von Währungseffekten, echte Erfolge gibt es angesichts der schwierigen Wirtschaftslage in vielen Ländern kaum noch. So fielen die Europa-Erlöse währungsbereinigt um fast fünf Prozent, in Asien um mehr als ein Prozent.

Nur in Amerika wächst Puma rasant. Produktseitig sind die Umsätze mit Schuhen, wenn man Währungsschwankungen herausrechnet, rückläufig. Schwach fiel auch die wichtige Rohertragsmarge aus, die im abgelaufenen Quartal um fast zwei Punkte auf 48,2 Prozent sank. Hauptgrund: Viele Schuhe wurden mit Rabatten auf den Markt geworfen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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