Sportartikelausrüster
Sportkonzerne liefern sich Preiskampf

Die Kunden halten sich zurück und achten mehr auf den Preis: Angesichts massiver Gewinneinbrüche zum Jahresbeginn senken die Unternehmen ihre Kosten und reduzieren die Zahl ihrer Mitarbeiter. Die Konzerne rechnen mit einer langen Flaute, mit einer schnellen Erholung rechnet niemand.

MÜNCHEN. Weltweit treten die großen Sportartikelhersteller kräftig auf die Bremse: Sie schließen unrentable Geschäfte, kündigen Sponsorenverträge und entlassen Mitarbeiter. Die Konzerne rechnen mit einer langen Flaute und versuchen deshalb, ihre Kosten massiv und dauerhaft zu drücken.

"Die Kunden halten sich mit ihren Käufen zurück. Doch nicht nur das: Sie suchen auch gezielt günstigere Ware aus, um weniger auszugeben", klagt Roger Talermo, Chef des finnischen Sportkonzerns Amer mit seinen Aushängeschildern Atomic, Wilson und Suunto. Der Absatz teurer Ausrüstungen wie zum Beispiel von Golfschlägern sei besonders stark von der Krise betroffen, heißt es beim fränkischen Sportkonzern Adidas, "da die Konsumenten zögern, ihr Equipment auszutauschen oder zu erneuern".

Um auf der Ware nicht sitzen zu bleiben, gehen Produzenten und Händler mit den Preisen runter und liefern sich wahre Rabattschlachten. Das schlägt auf die Margen: Fast alle großen Sportkonzerne verbuchten im ersten Quartal dieses Jahres einen deutlich niedrigeren Gewinn als im Vorjahr. Selbst die deutschen Vorzeige-Marken Adidas und Puma konnten sich nur knapp in den schwarzen Zahlen halten. Hersteller, die schon vor der Wirtschaftskrise mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, schreiben jetzt enorme Verluste. Das hoch verschuldete australisch-amerikanische Surf-Label Quiksilver etwa verbuchte für jeden US-Dollar Umsatz fast 50 Cent Verlust. Head aus Österreich kam bei 57 Mio. Euro Umsatz auf fast zwölf Mio. Euro Minus, mehr als drei Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Angesichts der miesen Zahlen bleibt den Anbietern nichts anderes übrig, als sich von ihren Expansionsplänen erst einmal zu verabschieden. "Nach 14 Jahren ununterbrochenen Wachstums liegt der Fokus 2009 auf Konsolidierung sowie der Anpassung der Kosten an das gegenwärtige Marktumfeld", sagt Puma-Chef Jochen Zeitz. So wie Puma machen es die meisten Wettbewerber: Viele größere Vorhaben verschwinden kurzerhand wieder in der Schublade. "Wir eröffnen weniger neue Läden und passen unsere Marketingausgaben den gesunkenen Umsatzerwartungen an", sagt Tim Boyle, der Vorstandsvorsitzende des amerikanischen Outdoor-Ausrüsters Columbia. Der Hersteller von Regenjacken, Wanderhosen und Sportschuhen rechnet im laufenden Jahr mit einem Umsatzminus zwischen zehn und 15 Prozent im Vergleich zu 2008.

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