Sportartikelbranche
Adidas schlägt die niedrigen Erwartungen

Der Sportartikelhersteller Adidas muss weiter mit rückläufigen Gewinnen kämpfen. Der Überschuss war im dritten Quartal um 30 Prozent abgesackt. Damit lag Adidas knapp über den Erwartungen von Experten. Ein Grund für die rückläufigen Zahlen: die weltweite Konsumflaute.
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HB HERZOGENAURACH. Europas größter Sportartikelkonzern Adidas hat nach eigener Aussage die Talsohle durchschritten. Nach neun Monaten mit schmerzhaften Einschnitten bei Umsatz und Gewinn gab Vorstandschef Herbert Hainer am Mittwoch Entwarnung: „Ich bin der festen Überzeugung, dass das Schlimmste überstanden ist“. Der in diesem Jahr gestartete Konzernumbau bringe schneller Einsparungen als gedacht und koste auch weniger als zuvor veranschlagt. Der Kostendruck durch hohe Materialpreise lasse langsam nach und auch bei der Bereinigung der Vorräte hat Adidas laut Hainer seine Hausaufgaben gemacht. Selbst die Verbraucher sollten im Weihnachtsgeschäft wieder mitspielen: „Ich persönlich glaube, die Weihnachtssaison wird etwas besser laufen als im letzten Jahr.“

2009 werden Umsatz und Gewinn noch deutlich unter dem Vorjahr bleiben. Doch im Jahr darauf soll nicht zuletzt das Großereignis Fußball-Weltmeisterschaft die Umsatzmaschinerie wieder auf Touren bringen. Auch profitabler soll der Konzern dann sein. Einen genauen Ausblick auf 2010 wollte Hainer dann aber doch noch nicht geben. Dafür sei es zu früh, sagte er. „Die Stimmung unter Verbrauchern und Einzelhändlern schwankt noch zwischen Angst und Optimismus“.

An der Börse kamen die Aussagen des weltweiten Branchenzweiten gut an. Die Aktie kletterte bis zum Mittag um 3,52 Prozent auf 33,79 Euro. Der US-Konzern Nike , die Nummer eins in der Sportartikelindustrie, hatte bereits letzten Monat für den Sommer einen besser als erwartet ausgefallenen Gewinn vorgelegt. Adidas-Lokal-Rivale Puma wird am Montag seine Geschäftszahlen vorlegen.

Die Branche kämpft mit hohen Beschaffungskosten, starken Währungseffekten und vollen Lagern. Bei Adidas hatte das in den ersten sechs Monaten dieses Jahres den Nettogewinn fast aufgezehrt. Im Vergleich dazu nahm sich das Minus von 30 Prozent im dritten Quartal beinah moderat aus. Den Überschuss bezifferte Adidas auf 213 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis verringerte sich um 29 Prozent auf 336 Mio. Euro. Der Konzernumsatz ging im Quartal um 6,3 Prozent auf 2,888 Mrd. Euro zurück. Betroffen waren alle drei Segmente Adidas, Reebok und die Golfsparte Taylor Made.

Die ersten Impulse aus der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika werden laut Hainer bereits im vierten Quartal zu sehen sein, wenn die frühen Bestellungen einlaufen. „Wir werden ein Feuerwerk an neuen Produkten zünden“, versprach er. Zehn von Adidas ausgerüstete Teams haben bereits ein Ticket nach Südafrika in der Tasche, die letzten zwei aus der Adidas-Riege - Frankreich und Russland – sollten, so glaubt Hainer, die Qualifikation aber auch schaffen. Über 1,3 Mrd. Euro hofft der Konzern im nächsten Jahr mit Fußballprodukten umzusetzen. Das wären sowohl mehr als bei der letzten WM im Jahr 2006 als auch bei der Europameisterschaft 2008. Dass Sportfans aus aller Welt auch trotz der Wirtschaftskrise kräftig Adidas-Produkte kaufen werden, daran glaubt der Vorstandschef ganz fest. „Natürlich schauen die Verbraucher auf den Preis. Aber wir erleben auch, dass stylische Produkte gefragt sind. Gerade in schwierigen Zeiten müssen wir deshalb innovativ sein.“

Verfolgen Sie die Präsentation unseres Vorstandsvorsitzenden Herbert Hainer und unseres Finanzvorstands Robin Stalker live ab 15:00 Uhr MEZ über das Internet. Hier gelangen Sie zum Webcast.

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