Sportartikelhersteller
Adidas bleibt Nike auf den Fersen

Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer bekräftige vor Journalisten in Stuttgart seine Prognose für 2007. Europas größter Sportartikelhersteller will ein mittleres einstelliges Umsatzwachstum und eine Gewinnsteigerung von etwa 15 Prozent erreichen.

STUTTGART. „Ich bin absolut überzeugt, dass wir das alles erreichen“, sagte Hainer. 2006 lag der Adidas-Umsatz bei 10,08 Milliarden Euro. Weltmarktführer Nike hatte 15 Milliarden Dollar erreicht und am Donnerstag mit guten Quartalszahlen die Experten überrascht. Die Amerikaner steigerten den Quartalsgewinn um ein Drittel auf 437 Mill. Euro und den Umsatz um neuen Prozent auf 4,38 Mrd. Euro.

Eine Prognose ob und wann Adidas Weltmarktführer Nike einholen könnte wollte Hainer dagegen nicht wagen. Mit der Übernahme von Reebok sind die Herzogenauracher den Amerikanern näher auf die Fersen gerückt. Durch die Größenvorteile beim Einkauf seien die Kosten um 2 Prozentpunkte gesunken, was bei 200 Millionen Schuhen jährlich bei Adidas zu Einsparungen von bis zu 75 Mill. Euro führe. In der Sportartikelindustrie haben die großen Konzerne keine eigene Fertigung mehr, sondern Kontrakte mit Lieferanten vornehmlich in Asien.

Insgesamt zeigte sich Hainer mit der Integration des US-Konzerns zufrieden. Derzeit seien die USA und England für Reebok noch etwas schwierig, weil die Produkte im Markt noch zu breit gestreut seien. Asien und Lateinamerika würden dagegen gut wachsen. „Reebok hat ein enormes Wachstumspotenzial in Asien und Europa“, sagte er. Nach Einschätzung von Branchenexperten tut sich der Konzern aber bei der Abgrenzung der beiden Marken vor allem im Laufbereich schwer. Adidas soll nach Hainers Darstellung für Leistungs- und Teamsport stehen, Reebok dagegen eher für Individualsport und entspannten Sport mit hohen Ansprüchen an den Komfort.

Viel verspricht sich der Sportartikelkonzern vom „Supersportjahr 2008“ mit der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz aber vor allem von den Olympischen Sommerspielen in Peking. 2010 wolle Adidas in China einen Milliarde Euro Umsatz erzielen. Derzeit gebe es in China 3000 Adidas-Läden; ihre Zahl solle bis 2010 auf 5000 anwachsen.

Die mit den Radsport-Skandalen wachsende Doping-Problematik im Sport, bezeichnete Hainer als „sehr heikles Thema“. Adidas habe aber eine klare Linie. Alle Verträge mit Sportlern haben Kündigungsklauseln im Doping-Fall. Hainer schloss zudem einen Ausstieg des Konzerns aus dem Sponsoring im Radsport nicht aus. „Wir werden uns vor allem sehr genau Ansehen, wie konsequent die Verbände und Teams gegen Doping vorgehen“, sagte Hainer. Nach dem Fleischfabrikant und dem Schraubenhersteller Würth wäre Adidas das dritte deutsche Unternehmen, das aus dem Radsport aussteigt. Adidas sponsert bislang das Team T-Mobile und hatte auch schon den Vertrag mit Jan Ulrich gekündigt. „Das Ausmaß des Dopings im Radsport hat mich schon überrascht“, gab Hainer zu.

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