Sportartikelhersteller
Adidas enttäuscht mit Ausblick

Adidas geht es ähnlich wie seinem wichtigsten Werbepartner, der deutschen Nationalmannschaft: Das Unternehmen hat mehr erreicht, als man ihm zwischenzeitlich zugetraute. Europas größter Sportartikelhersteller hat im dritten Quartal den Gewinn stärker gesteigert, als Analysten erwartet hatten. Allerdings besorgt Börsianer der Ausblick auf 2009 – und das zieht die Aktie nach unten.

HB HERZOGENAURACH. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg auf 473 Mio. Euro. Experten hatten lediglich mit 466 Mio. Euro gerechnet. Somit konnte Adidas nun doch den Vorjahreswert von 471 Mio. Euro übertreffen.

Der Überschuss lag bei 302 Millionen Euro, erwartet waren deutlich weniger. Auch hier konnte der Sportartikelhersteller den Vorjahreswert von 298 Mio. Euro ausbauen. Dabei hatte Adidas wie seine Konkurrenten auch angesichts der großen Sport-Events in diesem Jahr sein Marketingbudget hochgefahren, was auf den Ergebnissen lastet.

Das Unternehmen aus Herzogenaurach hat außerdem seine Ziele für das laufende Jahr bestätigt und für den Konzern ein währungsbereinigtes Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Das Ergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter soll um mindestens 15 Prozent von den 2007 erreichten 551 Mio. Euro wachsen. Die Bruttomarge soll mindestens 48 Prozent erreichen. Außerdem wird eine operative Marge von annähernd zehn Prozent erwartet.

Doch an der Börse zählt weniger als Gewesene als der Ausblick auf 2009. Und hier gibt sich Adidas zugeknöpft: Zwar sollen Gewinn und Umsatz auch 2009 steigen, eine konkrete Prognose wagt der Sportartikelhersteller allerdings nicht mehr. Angesichts des ungewissen wirtschaftlichen Umfeldes und der potenziellen Auswirkungen auf die Finanzergebnisse des Konzerns gebe es keine ausreichende Transparenz hinsichtlich der Geschäftsentwicklung im kommenden Jahr. Adidas werde deshalb seine Prognosen für das Jahr 2009 zurücknehmen.

Erst bei der Bilanzvorlage im März 2009 soll es wieder einen Ausblick geben. Bislang hatte der Konzern für das kommende Jahr einen hohen einstelligen Umsatzzuwachs und ein zweistelliges Gewinnplus in Aussicht gestellt. Die Aktie des DAX-Konzerns rutschte im frühen Handel um mehr als sieben Prozent ins Minus. Börsianern zufolge hätten die zurückgenommenen Prognosen den Markt verunsichert.

An der Börse kam diese Vorsicht gar nicht gut an: Die Aktie zeigte sich nach Zahlen sehr schwach und fiel zum Handelsbeginn sogar kurzzeitig an das DAX-Ende. Dass adidas die Prognose für 2009 kassiert habe, wird laut Analyst Oliver Caspari vom Bankhaus Lampe am Markt natürlich mit Enttäuschung aufgenommen. "Angesichts der aktuellen Marktlage kann ich die Unternehmensentscheidung aber verstehen", sagte er. Caspari gab zu bedenken, dass adidas weiterhin bekräftigt habe, den Umsatz und den Gewinn auch im kommenden Jahr weiter steigern zu wollen.

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