Sportartikelhersteller
Adidas erwartet Probleme in Indien

Adidas kämpft mit Unregelmäßigkeiten in Indien. Das überschattet die guten Nachrichten zu Beginn des EM-Jahres: Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach erhöht nach einem deutlichen Umsatzplus seine Prognose.
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HerzogenaurachImmer neue Probleme der US-Tochter Reebok plagen Adidas, können den Sportartikel-Hersteller aber nicht bremsen. Zu Jahresbeginn boomte das Geschäft in allen Regionen und Produktkategorien. Unregelmäßigkeiten in Indien könnten den erfolgsverwöhnten Konzern aus Herzogenaurach jedoch insgesamt knapp 200 Millionen Euro kosten. Damit sind neue Rekordwerte im Jahr der Fußball-Europameisterschaft und der Olympischen Sommerspiele zwar nicht in Gefahr.

Das Ergebnis könnte ohne die Reebok-Verfehlungen aber noch besser ausfallen. Im ersten Quartal spürte der Konzern keine Konjunkturabkühlung. Im Gegenteil: Umsatz und Gewinn stiegen viel deutlicher als von Analysten erwartet, wie Adidas am Montag mitteilte.

Die Prognosen für 2012 wurden leicht angehoben. An der Börse sorgte das für Jubelstimmung: Adidas-Aktien legten zeitweise 6,6 Prozent zu und markierten bei 63,75 Euro ein neues Rekordhoch. Den vollständigen Quartalsbericht will der Konzern an diesem Donnerstag (3. Mai) vorlegen.

Die Franken hatten Reebok 2006 für gut drei Milliarden Euro übernommen, um den Abstand zum Branchenprimus Nike, der vor allem in den USA dominiert, zu verringern. Doch so richtig aufgegangen ist der Plan nicht. „Man kann ein Fragezeichen dahinter machen, ob sich die Übernahme gelohnt hat“, sagte Equinet-Analyst Ingbert Faust. Es sei damals der falsche Preis gezahlt worden. Die Lage bei Reebok sei schlechter gewesen als erhofft. Strategisch sei der Zukauf trotzdem richtig gewesen, um noch mehr Marktmacht zu bekommen.

Zuletzt hatte Reebok zwar Fortschritte gemacht, die Liste der Probleme ist aber lang. In der Wirtschaftskrise schrieben die Amerikaner rote Zahlen, die Marge kann noch immer nicht mit den Adidas-Einheiten mithalten. Und Negativ-Schlagzeilen sind keine Seltenheit. In Japan rügten Wettbewerbshüter unzulässigen Druck auf Einzelhändler, Preisnachlässe bei bestimmten Schuhen zu verhindern.

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