Sportartikelhersteller
Adidas folgt Greenpeace-Aufruf

Adidas will künftig auf Leder aus dem Amazonas-Gebiet verzichten. Von seinen Zulieferern, die Rindshäute in Brasilien einkaufen, verlangt der Sportartikelhersteller "effektive Maßnahmen" zum Schutz der Umwelt. Damit folgt das Unternehmen der Aufforderung von Greenpeace - und dem Beispiel des Konkurrenten Nike.

KÖLN. Nach Marktführer Nike verpflichtet auch der deutsche Sportartikelhersteller Adidas seine Lieferanten dazu, kein Leder aus dem Amazonasgebiet mehr zu verwenden. Von Zulieferern, die Rindshäute in Brasilien einkaufen, fordert das Unternehmen in einer gestern veröffentlichten Stellungnahme "effektive Maßnahmen" zum Schutz der Umwelt. Danach dürfen sie nur noch Vieh von Farmen erwerben, die nicht im Amazonas-Urwald angesiedelt sind und zudem die Vorgaben der Regierung zum Schutz des Regenwaldes einhalten.

Binnen eines Jahres sollen die Zulieferer nun ein System aufbauen, das die Rückverfolgung sämtlicher Ledertransporte bis zur Farm ermöglicht - diese Anforderung hatte Nike am vergangenen Mittwoch bekanntgegeben. Die Umweltorganisation Greenpeace hatte Adidas anschließend aufgefordert, sich daran ein Beispiel zu nehmen. Der fränkische Sportartikelkonzern kündigte an, sich zusätzlich an einer Arbeitsgruppe zu beteiligen, die ein Überwachungssystem für brasilianisches Leder aufbauen will.

Anfang Juni hatte Greenpeace einen Bericht veröffentlicht, der die illegale Produktion von Rindsleder am Amazonas aufdeckte. Dieses wird beispielsweise zu Schuhen verarbeitet. Hunderte Farmen brasilianischer Konzerne wie Bertin, JBS und Marfrig seien auf gesetzeswidrig gerodeten Regenwaldflächen tätig, stellte Greenpeace fest. Chinesische Schuhfabriken, die für Nike und Adidas produzieren, seien Abnehmer von lederverarbeitenden Betrieben, die wiederum direkte Bertin-Kunden sind.

Greenpeace begrüße den Schritt von Adidas, sagte Oliver Salge, Leiter der Waldkampagne bei Greenpeace. "Das Unternehmen geht damit sogar über unsere Forderungen hinaus." Adidas werde künftig Leder aus dem Süden Brasiliens beziehen. "So lange es kein Überwachungssystem gibt, kann nur auf diese Weise sichergestellt werden, dass kein Leder aus der Amazonas-Region in den Produkten verwendet wird", sagte Salge. Problematisch jedoch könnte sein, dass die Lieferanten von Nike und Adidas nach wie vor Vieh im Amazonasgebiet halten - aber die Sportkonzerne nur mit Leder von Tieren aus anderen Regionen beliefern.

Greenpeace will nun den Druck auf diese Firmen erhöhen. Es sei wichtig, eine Kennzeichnungs-Verordnung für alle Rinder in Brasilien zu erreichen. "Erst dann können wir überprüfen, welche Rinder von illegalen Farmen kommen und welche Unternehmen das Fleisch und die Häute noch beziehen", sagte Salge.

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