Sportartikelhersteller
Nike enttäuscht mit schwachem Ausblick

Egal ob Schuhe oder Bekleidung – die Ware von Nike ist derzeit begehrt. Der weltgrößte Hersteller von Sportartikeln hat seine aktuellen Quartalszahlen vorgelegt. Und die überzeugen: Der Gewinn stieg um 22 Prozent. An der Börse war man aber gar nicht zufrieden.
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HB DETROIT/MüNCHEN. Der weltgrößte Sportartikel-Hersteller Nike wächst weiter mit hohem Tempo und hält damit den Vorsprung vor dem deutschen Erzrivalen Adidas. Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Quartal ohne Währungseffekte um elf Prozent auf 4,84 Milliarden Dollar, umgerechnet 3,68 Milliarden Euro, wie Nike im US-Bundesstaat Oregon mitteilte. Der Nettogewinn für den Zeitraum September bis November summierte sich auf 457 Millionen Dollar - ein Plus von 22 Prozent, das deutlich über den Markterwartungen lag. Der Weltmarktführer profitiert unverändert von der Konjunkturerholung und damit von der wieder steigenden Nachfrage nach Schuhen und Textilien. Besonders hohe Wachstumsraten erzielte Nike auf seinem Heimatmarkt sowie in den Schwellenländern und namentlich in China.

Investoren fanden allerdings ein Haar in der Suppe. Die Auftragseingänge stiegen um elf Prozent - eigentlich ein guter Wert. Viele Marktteilnehmer hatten aber noch bessere Zahlen erhofft. Die Wall Street habe hier mit zwölf bis 13 Prozent gerechnet, sagte der Portfolio-Manager Jon Fisher von Fifth Third Asset Management. Dementsprechend stark fiel die Reaktion an der Börse aus: Nike-Aktien verloren im nachbörslichen Handel sechs Prozent. Adidas-Anteile gerieten am Mittwoch in den Abwärtssog und fielen um mehr als zwei Prozent. Zwischen Juni und August hatte Nike bei den Orders noch ein Plus von 13 Prozent erzielt, der beste Wert seit einem Jahrzehnt.

Im Gesamtjahr 2010/11 plant das Nike-Management weiter mit einem Umsatzplus von fast zehn Prozent, wobei Währungseffekte nicht berücksichtigt werden. Auch im laufenden dritten Quartal wird ein solcher Wert angepeilt. Allerdings dürfte die Bruttomarge in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres gegenüber den Rekordwerten von 2010 zurückgehen, warnte abermals Finanzchef Don Blair. Die gesamte Branche kämpft mit höheren Rohstoffkosten etwa für Baumwolle oder Gummi, steigenden Löhnen in den asiatischen Produktionsländern und mehr Aufwendungen für den Transport von Produkten. Nike will dagegen mit Preiserhöhungen vorgehen und möglichst wenig Rabatte anbieten.

Wie Nike wächst auch Adidas derzeit besonders stark. Der große Abstand auf die Amerikaner soll bis 2015 spürbar verringert werden. Adidas-Chef Herbert Hainer sagte in einem Interview der „Börsen-Zeitung“ (Mittwochausgabe), der Branchenzweite könne noch effizienter arbeiten: „Eine halbe oder eine Milliarde mehr Umsatz könnten wir schon heute mit unserer bestehenden Personalstruktur stemmen, das schlüge dann direkt auf die Marge durch.“ Der Konzern aus dem fränkischen Herzogenaurach steht derzeit für eine operative Marge von 7,5 Prozent, die 2015 mindestens elf Prozent betragen soll. Zudem soll der Umsatz bis zu diesem Jahr um durchschnittlich acht Prozent und das Ergebnis um 15 Prozent zulegen. 2015 soll Adidas dann auf Erlöse von 17 Milliarden Euro kommen, Nike rechnet im selben Zeittraum mit 27 Milliarden Dollar - momentan 20,5 Milliarden Euro.

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