Sportartikelhersteller
Puma hofft auf das Wunder von Afrika

Puma hat im dritten Quartal bei schrumpfenden Umsätzen deutlich weniger verdient. Der Trend werde sich weiter fortsetzen. Da in der Krise die Händler weniger bestellt haben, sitzt das Unternehmen zudem noch auf gestiegenen Lagerbeständen.
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MÜNCHEN. Es ist noch nicht lange her, da hat Puma die Konkurrenz um Längen abgehängt. Bis 2006 ist die Marke mit dem Raubtierlogo Jahr für Jahr um zehn, zwanzig, mitunter auch um mehr als 30 Prozent gewachsen. Schon vor Beginn der weltweiten Wirtschaftsflaute ist die Expansion des drittgrößten Sportartikelanbieters der Welt aber ins Stocken geraten, weil es an attraktiven Produkten gefehlt hat. Die Rezession hat dem Bild des dynamischen Aufsteigers nun weitere hässliche Kratzer zugefügt: Weil die Umsätze einbrechen, muss die Firma aus Herzogenaurach kräftig sparen.

„Wir gehen davon aus, dass das Markt- und Konsumumfeld weiterhin schwierig bleibt“, machte Puma-Chef Jochen Zeitz alle Hoffnungen auf eine schnelle Wende zunichte. Wichtigste Aufgabe sei jetzt, den Konzernumbau bis Jahresende abzuschließen und damit die Kosten deutlich zu senken.

So wie Puma geht es derzeit allen großen Sportkonzernen. Die Umsätze fallen und die Anbieter treten voll auf die Bremse, senken die Marketingausgaben, räumen die Lager und bauen Stellen ab. Die Flaute trifft die Franken allerdings besonders hart, denn sie waren seit Mitte der 90er-Jahre auf Expansion gepolt und sind lange Zeit wesentlich schneller gewachsen als die Wettbewerber Nike und Adidas. Doch jetzt sieht es so aus, als müsste sich der Konzern mit der Raubkatze auf eine lange Flaute einstellen.

Der Grund für das schwache Geschäft liegt auf der Hand. „Die Leute überlegen sich momentan einfach, ob sie ihre Laufschuhe nicht etwas länger tragen“, sagt Sportexperte Hartmut Heinrich von der Unternehmensberatung Vivaldi Partners. Zwar sei rund um die Erde der Trend hin zu Sport und einem bewussten Lebenswandel ungebrochen. Doch: „Viele Menschen sind davon abgekommen, stets das Neueste besitzen zu müssen.“ Nur wenn Firmen wirkliche Neuheiten im Programm hätten, könnten sie in den Läden derzeit richtig punkten.

An wegweisenden Innovationen fehlt es Puma hingegen schon seit Jahren. Zu Beginn des neuen Jahrtausends hatte die Traditionsfirma die Kunden noch mit Freizeitschuhen im Formel-Eins-Design begeistert. Doch solch ein Knüller fehlt heute. Neue Produktfelder wie Golf oder Segeln können die fallenden Umsätze in den etablierten Segmenten bis jetzt nicht ausgleichen. Entsprechend bescheiden sind die Zahlen im dritten Quartal ausgefallen. Der Überschuss ging um 23,6 Prozent auf 67,9 Mio Euro zurück, was den Umsatz angeht verbuchte Puma ein Minus von 5,5 Prozent auf 673,4 Mio. Euro.

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