Sportartikelhersteller: Puma muss kämpfen

Sportartikelhersteller
Puma muss kämpfen

Puma will in diesem und im kommenden Jahr weiter wachsen. Umsatz und Gewinn werden aber nicht mehr ganz so schnell steigen wie bisher. Die Anleger aber enttäuschte der Sportartikelhersteller mit einer anderen Nachricht.
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HerzogenaurachPuma strotzt angesichts der anstehenden Fußball-Europameisterschaft und der Olympischen Sommerspiele vor Optimismus. Beide Großereignisse sollen der ohnehin erfolgsverwöhnten Sportartikel-Branche einen weiteren Schub verleihen und die konjunkturelle Abkühlung mehr als ausgleichen. Puma-Chef Franz Koch will den Umsatz 2012 und 2013 um jeweils fast zehn Prozent steigern, wie er am Mittwoch in Herzogenaurach sagte. Der Nettogewinn soll um rund fünf Prozent klettern. Die neuen Prognosen sorgten an der Börse für steigende Kurse von bis zu drei Prozent, auch beim Lokalrivalen Adidas, obwohl Puma die Dividende geringer anhob als von Investoren erhofft. 

Fußball werde das große Thema des Jahres: „Wir wollen hier signifikant wachsen“, sagte der 32-jährige Koch, der auf seiner ersten Bilanz-Pressekonferenz wie sein Vorgänger Jochen Zeitz im leicht geöffneten weißen Hemd ohne Krawatte auftrat. Ein konkretes Ziel wollte der Branchendritte nach Nike und Adidas aber nicht nennen. Puma hat zuletzt viel Geld in neue Spieler und Teams investiert. So wurden beispielsweise Sergio Agüero und Yaya Toure von Manchester City und Barcelona-Star Cesc Fabregas unter Vertrag genommen. Südafrika, bisher ein Adidas-Team, wird künftig auch in Trikots mit der springenden Raubkatze auflaufen, ebenso wie der Deutsche Meister Borussia Dortmund. 

Bei der EM wird der Konzern wohl dennoch nur eine Nebenrolle spielen. Denn mit Italien und Tschechien haben sich nur zwei Puma-Teams qualifiziert, denen zudem keine großen Chancen eingeräumt werden. Nike stattet fünf Mannschaften aus, die zum Konzern gehörende Marke Umbro noch einmal drei. Adidas hat mit Deutschland und Spanien zwei Favoriten im Portfolio, insgesamt sechs Teams. Generell hängen beide Branchenführer stärker von den Erlösen rund um solche Großereignisse ab. Puma macht dagegen noch immer zwei von drei Euro Umsatz mit Lifestyle-Produkten, will durch die Investitionen, die 2012 auf 80 Millionen Euro ausgebaut werden sollen, im Sport-Bereich aber aufholen. Dafür werden auch die Läden umgestaltet. 

Im vergangenen Jahr profitierte Puma vor allem von hohen Wachstumsraten in Asien und Lateinamerika. Außerdem wurde mit Accessoires deutlich mehr eingenommen. So stieg der Überschuss um 14 Prozent auf 230 Millionen Euro, der Umsatz um elf Prozent auf den Rekordwert von gut drei Milliarden Euro. Die Dividende soll auf 2,00 (Vorjahr: 1,80) Euro je Aktie aufgestockt werden. Hier wurden die Markterwartungen von 2,28 Euro aber klar verfehlt. Leidtragender ist die Puma-Mutter, der französische Luxusgüterkonzern PPR. Denn nur 13 Prozent des Gewinns werden an die Aktionäre ausgeschüttet - ein überaus niedriger Wert. Puma-Chef Koch peilt langfristig zumindest 20 Prozent an, was aber immer noch nicht viel wäre. Puma will das Geld lieber in Werbung und neue Produkte stecken. So soll der Umsatz bis 2015 auf vier Milliarden Euro gehievt werden. 

Probleme hat Puma weiter in Griechenland, aber weniger wegen der Rezession in dem schuldengeplagten Land, sondern wegen krimineller Machenschaften seiner Vertriebspartner. Die dortige Tochter sei mittlerweile in einer Art Insolvenzverfahren, habe zu wenig Geld und solle nun umgebaut werden, was lange dauern könne, hieß es. Sie spielt aber wegen ihres nur geringen Umsatzes keine wichtige Rolle im Konzern. 

Weniger stark als befürchtet wirkten sich dagegen höhere Rohstoff- und Transportkosten sowie steigende Löhne in den asiatischen Herstellerländern aus. Puma konnte die wichtige Rohertragsmarge mit 49,6 Prozent nahezu stabil halten. Damit ist der Konzern profitabler als Adidas und viel rentabler als Nike. Preiserhöhungen von bis zu zehn Prozent bei manchen Produkten hätten hier geholfen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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