Sportartikelindustrie
An Turnschuhen wird noch nicht gespart

Ein gesundes Leben mit viel Bewegung: An dieser Vorliebe der Konsumenten ändert auch die aktuelle Krise nichts. Die Sportartikelindustrie macht gute Geschäfte, auch die Händler können den Umsatz steigern. Doch die Aussichten sind ungewiss - nicht zuletzt hat das Wetter großen Einfluss.

STUTTGART/MÜNCHEN. Ein gesundes Leben mit viel Bewegung ist den Konsumenten auch in der Krise wichtig. So jedenfalls erklärt sich die Sporthändlervereinigung Intersport das gute Geschäft, das den Ladenbesitzern bis Ende September ein Umsatzplus von sieben Prozent eingebracht hat.

Europas größte Sporthändlervereinigung steht mit den guten Zahlen nicht alleine da. Auch Puma hat trotz der Wirtschaftsflaute keinen Grund zu klagen. Der drittgrößte Sportartikelproduzent der Welt hat vergangenen Freitag sogar seine Umsatzprognose leicht erhöht. "Obwohl das Umfeld extrem schwierig ist, verzeichnen wir den zweithöchsten Auftragsbestand unserer Geschichte", sagte Puma-Chef Jochen Zeitz.

Bislang hatte der Manager versprochen, die Erlöse 2008 währungsbereinigt um einen einstelligen Prozentsatz zu erhöhen. Jetzt legte sich Zeitz auf den mittleren bis höheren einstelligen Bereich fest. Zum Vergleich: Von Januar bis September kletterten die Einnahmen währungsbereinigt um neun Prozent auf knapp zwei Mrd. Euro.

Auch für den Puma-Rivalen Adidas rechnen die Analysten mit einem soliden Geschäftsverlauf. Der nach Nike zweitgrößte Sportanbieter der Erde wird an diesem Donnerstag sein Quartalsergebnis präsentieren. Allerdings gilt für Adidas eine Einschränkung: Die Experten von Unicredit gehen davon aus, dass die Konzerntochter Reebok in diesen Tagen schwer unter die Räder kommt. Die angeschlagene Marke von der amerikanischen Ostküste ist stark vom Heimatmarkt abhängig. Wegen der Finanz- und Immobilienkrise sind die Kunden in den USA jedoch extrem verunsichert. Deshalb prognostiziert Unicredit einen um zehn Prozent niedrigeren Auftragsbestand der Marke Reebok. Für Adidas verzögert der Abschwung die ohnehin schon zähe Sanierung des einstigen Rivalen, für den der Konzern rund drei Mrd. Euro hingeblättert hat.

Auch wenn sich momentan Turnschuhe, Trikots und Wanderstiefel insgesamt noch gut verkaufen: Die Sportindustrie tut sich mit Vorhersagen schwer. So verweigert Zeitz eine Ergebnisprognose für das laufende Jahr und begründet dies mit der Unsicherheit, ob die Kunden weiterhin bereit sind, ihr Geld für Sportartikel auszugeben. Für 2009 wollte der Manager ebenfalls keine Aussagen machen. Nur so viel: "Es wird länger dauern, bis das Verbrauchervertrauen wieder hergestellt ist."

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