Sportartikelindustrie
Reebok droht Ärger vor US-Gericht

Der amerikanischen Adidas-Tochter Reebok droht Ärger in den USA. Das Oberste Gericht will sich ab Herbst mit der Lizenzvergabepraxis der US-Football-Profiliga NFL beschäftigen. Die Richter ließen eine Berufung des Reebok-Konkurrenten American Needle zu, der die Praxis, exklusive Lizenzen für Ausrüstung und Bekleidung ligaweit zu vergeben, als Verstoß gegen das Kartellrecht betrachtet.

HB CHICAGO. Reebok hat 2001 mit der Liga einen zehnjährigen Vertrag für die Lieferung von Kappen und anderer Kopfbedeckungen abgeschlossen. Das Gericht werde die Frage prüfen, ob die NFL als eine Einheit oder ihre 32 Mannschaften als Einzelunternehmen gewertet werden müssten, hieß es in einer Erklärung. Eine Entscheidung wird im ersten Halbjahr 2010 erwartet.

Juristen rechnen mit einem wegweisenden Urteil, dass auch Folgen für die Profiligen anderer Sportarten hat. "Das ist ein Fall, der viele sexy Aspekte beinhaltet", sagte der Rechtsexperte Gary Roberts von der Universität Indianapolis. "Er könnte riesig werden." Reebok wurde 2006 vom Sportartikelhersteller Adidas gekauft, der sich zu dem Gerichtsverfahren nicht äußern will, da sich die Klage gegen die NFL richte. Am Frankfurter Aktienmarkt reagierten die Anleger nervös. "Das ist ein Rückschlag für Adidas in einem Markt, in dem man wachsen will. Das Problem Reebok ist offenbar doch größer als gedacht", sagte ein Händler.

Die Adidas-Aktie fiel bis zum Mittag um 1,3 Prozent auf 27,04 Euro.

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