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Puma mit verhaltenen Sprüngen

Die Fußball-Europameisterschaft hat Puma nicht den erhofften Erfolg gebracht. Beim Umsatz konnte der Sportausrüster nur um ein Prozent zulegen. Im Bereich Fußball drückten hohe Werbekosten auf die gestiegenen Erlöse. Das vom französichen Luxusgüterkonzern PPR kontrollierte Unternehmen muss hart gegen die Probleme der Branche kämpfen.

kö/ HB MÜNCHEN. Der Überschuss im zweiten Quartal stieg nur um ein Prozent auf 45,6 Mill. Euro, wie das vom französischen Luxusgüterkonzern PPR kontrollierte Unternehmen am Donnerstag in Herzogenaurach mitteilte. Zwar legten die Erlöse im Fußball-Bereich deutlich über zehn Prozent zum Vorjahr zu, hohe Werbekosten drückten aber auf die operative Marge. Diese ging zurück und bremste den Gewinnanstieg, hieß es.

Der Nachbar und Erzrivale Adidas hatte dagegen die EM in glänzende Geschäfte umgemünzt und den Nettogewinn im zweiten Quartal um zwölf Prozent auf 116 Mill. Euro gesteigert. Adidas rüstete mit Deutschland und Spanien beide Finalisten aus, während sämtliche Puma-Teams früh ausschieden.

An der Börse legten Puma-Aktien knapp zwei Prozent auf über 227 Euro zu, weil Analysten im Schnitt einen geringeren Gewinn erwartet hatten. Den Puma-Umsatz legte von April bis Juni um sechs Prozent auf 577 Mill. Euro zu. Impulse kamen vor allem aus dem Geschäft mit Accessoires und aus Asien.

Während Adidas beim Gewinn dieses Jahr um mindestens 15 Prozent zulegen will und damit einen neuen Rekord anpeilt, übt sich Puma-Chef Jochen Zeitz in Zurückhaltung. Er sprach von einem anhaltend schwierigen Umfeld und bekräftigte, 2008 den Umsatz ohne Wechselkurseffekte um einen Wert unter zehn Prozent zu steigern. Eine Gewinnprognose wagte er nicht. Bis Ende Juni stiegen die Auftragsbestände währungsbereinigt um neun Prozent auf 1,07 Mrd. Euro.

Dem deutschen Sporthandel hat die Fußball-EM unterdessen eine Sonderkonjunktur beschert. Der Umsatz mit Fußball-Produkten sei in den ersten sieben Monaten 2008 um 24 Prozent gestiegen, sagte der Chef von Branchenprimus Intersport, Klaus Jost. "Wir sind damit ganz nah am WM-Ergebnis von 2006." Intersport ist ein Zusammenschluss von über 1400 mittelständischen Geschäften und einer der wichtigsten Kunden der Hersteller Nike, Adidas und Puma. In Deutschland kommt der Verbund auf einen Marktanteil von rund einem Drittel.

Eine Verbesserung spürte Puma auf dem wichtigen US-Markt. Dort fielen die währungsbereinigten Umsätze im zweiten Quartal nur noch um ein Prozent, viel weniger als zuletzt. Wie Nike kämpfen die deutschen Hersteller mit Einbußen in den USA. Zu schaffen macht der Branche die Krise des US-Einzelhändlers Foot Locker. Dieser will Hunderte Läden schließen und baut Lagerbestände ab. Zeitz sagte, Puma beliefere Foot Locker weiter, aber auf viel niedrigerem Niveau. Der US-Markt bleibe schwierig, das Konsumklima habe sich bisher nicht gebessert.

Adidas richtet sein Augenmerk derweil auf China, wo am Freitag die Olympischen Spiele eröffnet werden. Firmenchef Herbert Hainer sagte in Peking, China werde für Adidas zum Jahresende der zweitgrößte Markt nach den USA. Bis 2010 soll der Umsatz dort auf mehr als eine Milliarde Euro steigen. Adidas und die Tochter Reebok wollen im selben Zeitraum die Zahl ihrer Geschäfte deutlich ausweiten auf 7200, davon 6100 versehen mit der Marke Adidas.

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