Sportausrüstung
Traum-Wetter hilft Outdoor-Branche

Über dem saftigen Grün der Wiesen ein weiß-blauer Himmel: In den Bergen herrschen seit Wochen traumhafte Wanderbedingungen. Das milde Frühjahr lockt so viele Sportbegeisterte an die frische Luft, dass die Anbieter von Outdoor-Ausrüstung inzwischen mit der Produktion gar nicht mehr nachkommen. Doch zugleich wächst die Sorge vor dem nächsten Winter.

MÜNCHEN. „Eine 40-Stunden-Woche haben wir schon lange nicht mehr gesehen“, sagt Lukas Meindl, Chef des bayerischen Wanderschuh-Herstellers Meindl.

Wenn die Händler heute Wanderstiefel bestellen, dann müssen sie mehrere Wochen warten, bis die Ware eintrifft. „Dieses Jahr hat die Wandersaison praktisch im Januar begonnen,“ bestätigt Lukas Meindl, der mit seinem Bruder Lars das Familienunternehmen in elfter Generation führt.

Meindl ist kein Einzelfall. Auch die Sporthändler freuen sich über volle Läden. „Die Geschäfte laufen gut bis sehr gut“, sagt Volker Gromer vom Händlerverbund Sport 2000. Die Ladenbesitzer würden vom guten Wetter eindeutig profitieren.

Hersteller und Händler können die Belebung gut gebrauchen, denn der letzte Winter war eine blanke Katastrophe: „Der Handel ist auf viel Winterware sitzen geblieben“, beklagt Bernd Kullmann, Chef des Augsburger Rucksack-Herstellers Deuter.

Weil im vergangenen Winter in ganz Europa kaum Schnee gefallen ist, blieben warme Kleider wie Blei in den Regalen der Händler liegen. Auch Skier waren kaum gefragt. Die Skihersteller kamen deshalb kräftig ins Trudeln und mussten starke Umsatzrückgänge hinnehmen.

Outdoor-Anbieter, deren Produkte sich das ganze Jahr über benutzen lassen, jubeln dagegen über die außergewöhnlich hohen Temperaturen. Die Auftragslage von Meindl ist inzwischen so gut, dass am Stammsitz im bayerischen Kirchanschöring das Personal knapp wird. „Wir suchen händeringend Leute“, sagt Lars Meindl. Das Unternehmen produziert seine hochwertigen Stiefel mit 230 Mitarbeitern in Bayern, betreibt aber auch Fabriken in Ungarn und Slowenien.

Der Umsatz der Outdoor-Branche ist in Deutschland in den vergangenen Jahren meist um einen einstelligen Prozentsatz geklettert. Dieses zwar nicht besonders hohe, dafür aber stetige Wachstum hat zahlreiche Investoren angelockt, die sich in der zersplitterten Industrie eingekauft haben. So gehören die größten Konkurrenten von Meindl, die früheren Familienunternehmen Hanwag und Lowa, längst zu größeren Konzernen.

Deuter ist seit vergangenem Herbst Teil der Stiftedynastie Schwanhäußer (Schwan-Stabilo). „Die Branche ist ausgesprochen attraktiv“, sagt Stabilo-Chef Sebastian Schwanhäußer. Der Unternehmer hatte sich auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten in verschiedenen Branchen umgesehen und sich dann unter anderem wegen der guten Wachstumsaussichten für die Outdoor-Industrie entschieden.

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