Sporthandel blickt gespannt auf die Positionierung der Marken nach der Reebok-Übernahme
Adidas macht sich selbst Konkurrenz

Ein Konzern, zwei große Marken – so stellt sich Adidas-Chef Herbert Hainer das Geschäft des fränkischen Sportartikelanbieters nach der geplanten Übernahme des US-Konkurrenten Reebok vor. Doch es ist fraglich, ob sich das Konzept auszahlt.

jojo/mwb MÜNCHEN.„Wir bezweifeln, dass sich durch den Deal wesentliche neue Vetriebskanäle eröffnen“, urteilten gestern die Experten von Oppenheim Research und fügten hinzu, es sei fraglich, ob die Marken voneinander profitieren würden.

„Schlüssel zum Erfolg ist eine saubere Positionierung der beiden Marken, vor allem in Europa, wo die Überschneidungen am größten sind“, sagt auch Klaus Jost, Chef des größten europäischen Einkaufsverbunds Intersport. Allerdings werde es wohl bis zur Kollektion 2008/09 dauern, bis man das wirklich erkennen könne. Denn die Kollektion für nächstes Jahr ist fertig, mit 2007 werde gerade begonnen. Und derzeit dürfte das Management eher mit der Umsetzung der Fusion beschäftigt sein als mit der künftigen Positionierung der Produkte.

Die Analysten von Oppenheim gehen in ihrer Skepsis sogar noch einen Schritt weiter und warnen vor Spannungen während der Integration von Reebok und Adidas. Sie fürchten, dass beide Marken unter einem Dach unter der neu gewonnenen Größe leiden könnten. Vielfach sind Adidas und Reebok bislang Konkurrenten, etwa bei Basketball-, Lauf- und Fußball-Schuhen. „Die zielen in vielen Bereichen auf genau dieselben Kunden und werden sich kannibalisieren“, sagt der Manager eines Konkurrenten.

Intersport-Chef Jost sieht durchaus Möglichkeiten, die Herausforderungen zu bestehen. So könne Reebok eher Freizeit und Lifestyle abdecken und Adidas sich auf die Kernsportarten wie Fußball und Laufen konzentrieren.

Am vergangenen Mittwoch hatte Adidas überraschend mitgeteilt, seinen amerikanischen Wettbewerber Reebok für 3,1 Mrd. Euro zu übernehmen. Mit einem Umsatz von zusammen 8,9 Mrd. Euro rücken die Herzogenauracher deutlich näher an Marktführer Nike heran, der auf etwa elf Mrd. Euro kommt.

Adidas kündigte bereits an, dass Reebok als Marke weiter separat geführt werden soll. Branchenbeobachter fragen sich deshalb, wie der Konzern Überlappungen und interne Konkurrenz vermeiden will, ohne beide Marken zu beschneiden.

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