Sportindustrie
Reebok kommt wieder auf die Beine

Der Sportkonzern Adidas bekommt die Probleme seiner jüngst erworbenen US-Tochter Reebok offenbar schneller in den Griff als erwartet. Der Umsatz von Reebok sank im ersten Quartal zwar um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Analysten hatten aber wegen des schwachen Auftragseingangs von Reebok Ende vergangenen Jahres mit wesentlich geringeren Einnahmen gerechnet.

jojo MÜNCHEN. „Reebok hat nicht so schlecht abgeschnitten, wie der Markt erwartet hatte“, urteilten die Analysten der Hypo-Vereinsbank. Die Experten der Ratingagentur Standard & Poor’s hatten im Vorfeld der am gestrigen Dienstag veröffentlichten Quartalszahlen des Adidas-Konzerns mit einem Umsatz von Reebok von 390 Mill. Euro gerechnet. Tatsächlich verkaufte Reebok Turnschuhe und T-Shirts für 454 Mill. Euro.

Adidas hat Reebok Anfang dieses Jahres für rund 3,2 Mrd. Euro übernommen. Im Februar haben die Franken die US-Tochter in ihre Bilanz aufgenommen. Nur einen Monat später musste Adidas allerdings mitteilen, dass der Auftragseingang von Reebok im vierten Quartal 2005 um knapp ein Viertel eingebrochen ist. Vor allem in dem für Reebok wichtigen Heimatmarkt USA hatten sich die Händler zurückgehalten und weniger Schuhe bestellt. In den Läden wirkte sich dies nun lange nicht so schlimm aus wie zunächst befürchtet.

Reebok kommt schon seit einiger Zeit nicht mehr so gut am Markt an wie früher. Während Marken wie Nike, Adidas und Puma kräftig zulegen, trafen die Reebok-Designer nicht mehr den Geschmack der Kunden. Adidas-Chef Herbert Hainer versprach am Dienstag in einer Telefonkonferenz, dass sich die Lage von Reebok in den nächsten Quartalen langsam verbessern werde. Aufs gesamte Jahr gerechnet, würde der Reebok-Umsatz lediglich um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag fallen. Hainer: „Jedes Quartal wird der Rückgang kleiner.“ 2007 soll es dann mit Reebok wieder aufwärts gehen und die Umsätze steigen. Die Entwickler arbeiten derzeit mit Hochdruck an neuen Kollektionen, um die Kunden wieder für die Traditionsmarke zu begeistern.

Hainer will die Marke Adidas künftig stark auf sportliche Käufer ausrichten. Zudem soll sich Adidas verstärkt Mannschaftssportarten ins Visier nehmen. Reebok hingegen soll ein starkes Standbein im modischeren Bereich und unter Individualsportlern bekommen. Der Konzern will die Marken unterschiedlich positionieren, damit sie sich nicht gegenseitig die Kunden abjagen. Erklärtes Ziel von Adidas ist es, im Verbund mit Reebok langfristig auf Rang eins der Branche aufzusteigen. Derzeit ist der US-Konzern Nike führend. Doch der Abstand ist nicht mehr groß. So erzielte Nike zuletzt einen Quartalsumsatz von umgerechnet 2,8 Mrd. Euro. Adidas kam im ersten Quartal auf 2,5 Mrd. Euro. Allerdings verdient Nike deutlich mehr Geld. So fuhren die Amerikaner einen Quartalsgewinn von 256 Mill. Euro ein, Adidas erreichte nur 144 Mill. Euro.

Adidas leidet darunter, dass die Margen von Reebok wesentlich niedriger sind als die eigenen. Zum Vergleich: Ohne Reebok würde der Konzern eine operative Marge von 11,5 Prozent erreichen. Mit den Amerikanern liegt der Wert nur bei 10,1 Prozent. Wenn die Pläne von Hainer aufgehen, wird die Gruppe ihre Kosten durch die verstärkte Zusammenarbeit der Marken um jährlich 175 Mill. Euro senken und damit künftig wesentlich profitabler sein als jetzt.

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