Sportkonzerne
Der Wettlauf der Bagger

Die Sportkonzerne Adidas und Puma sorgen für einen Bauboom in der bayerischen Kleinstadt Herzogenaurach: Während Puma 50 Millionen Euro in seine neue Firmenzentrale „Puma Plaza“ investiert, plant der Konkurrent Adidas ein gigantisches Einkaufszentrum. Doch im Wettlauf der Bagger könnten letztendlich beide Firmen gewinnen.

MÜNCHEN. Früher hat die Spielwarengenossenschaft Vedes in der tristen Fabrikhalle die Pakete an ihre Mitglieder geschnürt. Heute präsentiert der Sportkonzern Puma in dem grauen, flachen Betonbau zwischen Tankstellen, Elektromärkten und Schnellstraße seine neueste Mode. "Brandcenter" nennt die Lifestyle-Marke das in die Jahre gekommene Gebäude in einem Industriegebiet im Südwesten von Nürnberg.

Die öde Gegend passt zum Image von Puma wie Schnee zu den Fidschi-Inseln. Auch deshalb rollen seit vier Monaten die Bagger, um dem Erfolgslabel zu einer vorzeigbaren Unterkunft zu verhelfen. Nicht weit von der viel zu kleinen Firmenzentrale entfernt, entsteht im fränkischen Städtchen Herzogenaurach für 50 Mill. Euro die "Puma Plaza" - mit Büros, Parkhaus, Showrooms, großzügigem Fabrikverkauf, kurzum ein Vorzeige-Hauptquartier für die Marke mit dem Raubtier. "Der Winter war warm, die Bauarbeiter konnten durcharbeiten und deshalb sind auch die Bodenplatten schon sichtbar", freut sich Finanzvorstand Dieter Bock.

Andere Gemeinden wären froh, sie hätten auch nur ein einziges Unternehmen wie Puma, das so viel investieren würde. Doch der drittgrößte Sportkonzern der Erde ist nicht allein in Herzogenaurach. Unweit der Bagger von Puma graben sich andere Bauarbeiter durch die fränkische Erde - im Auftrag von Adidas, der nach der amerikanischen Firma Nike weltweiten Nummer zwei in dem Geschäft.

Bescheidenheit mag auch bei Adidas eine Tugend sein, doch wenn es um das Hauptquartier geht, haben die Franken jede Zurückhaltung aufgegeben. "World of Sports" nennen sie ihre Zentrale, die auf dem Gelände einer ehemaligen US-Kaserne liegt, der "Herzo Base". Das umliegende Wohnviertel bekam den hochtrabenden Titel "World of Living".

Waren es am Anfang nur die alten Gebäude der Amerikaner, die Adidas renoviert hat, so hat der Turnschuh-Produzent in den vergangenen Jahren kräftig in Neubauten investiert. Erst eine lichtdurchflutete Kantine, dann ein in den Boden versenkter Betonriegel, um die Shirts und Schuhe Händlern und Vertretern vorzuführen. Und das ist nur eine Auswahl der Neubauten, denn auch die IT-Abteilung hat ganz neue Räume bekommen. "Die World of Sports ist für uns mehr als eine Firmenzentrale, sie ist die Visitenkarte unseres Unternehmens", sagt Konzernchef Herbert Hainer.

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