Sportwagen-Ikone

Ferrari plant radikalen Spurwechsel

Ferrari ist für seine exklusiven Sportwagen weltberühmt. Doch Firmenchef Sergio Marchionne hat große Pläne für den Autobauer. Ein geräumiges SUV und Hybride sollen den Gewinn der Italiener in fünf Jahren verdoppeln.
Kommentieren
Vorstandschef Sergio Marchionne will aus der Sportwagennische ausbrechen. Quelle: dpa
Ferrari

Vorstandschef Sergio Marchionne will aus der Sportwagennische ausbrechen.

(Foto: dpa)

Der italienische Autobauer Ferrari will offenbar aus seiner Sportwagennische ausbrechen, um den Gewinn bis 2022 zu verdoppeln. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Dabei prüfe das Unternehmen auch, ein geräumiges „Utility Vehicle“ mit vier Sitzen, das sich vor allem an Kunden aus Asien richtet, in sein Angebot aufzunehmen. Bisher hatte sich Vorstandschef Sergio Marchionne immer gegen ein SUV gesträubt.

Der Fünfjahresplan von Marchionne, der 2021 in den Ruhestand gehen will, sehe vor, die jährliche Produktion über das selbstgesetzte Limit von 10.000 Fahrzeugen im Jahr zu erhöhen. Dies könnte jedoch strengere Umweltauflagen mit sich bringen. Daher wolle Ferrari künftig mehr Hybridautos bauen. Ein Ferrari-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Seit Marchionne 2014 die Kontrolle bei Ferrari übernommen hat, setzt er auf ein höheres Produktionsvolumen. Das frühere Limit von 7000 Autos ist längst Vergangenheit. Um einer Verwässerung der exklusiven Marke entgegenzuwirken, führte der 65-Jährige streng limitierte Modelle wie den rund zwei Millionen Euro teuren LaFerrari Aperta ein.

Mit der Ausweitung der Produktion wolle Marchionne die Eigenständigkeit von Ferrari bewahren. Neben dem bestehenden Werk in Maranello könne auch eine zweite Fabrik aufgebaut werden.

Ferrari legt am Mittwoch seine Zahlen für das zweite Quartal vor. In diesem Jahr will der Autobauer seinen bereinigten Gewinn um mehr als 14 Prozent auf mindestens eine Milliarde Euro steigern. Die neue Strategie sieht laut dem Bericht vor, dass sich diese Zahl in fünf Jahren verdoppelt.

Maranello dreht an der Leistungsschraube
Ferrari 812 Superfast
1 von 6

Ferrari wird 70 Jahre alt - und gibt sich kein bisschen leise. Auf dem Genfer Autosalon zeigt man eine neue F12-Generation namens 812 Superfast. Das neue Topmodell der Marke ist der bislang stärkste rein mit Verbrennungsmotor angetriebene Serien-Ferrari überhaupt.

Ferrari 812 Superfast
2 von 6

Bereits in den 1960er-Jahren gab es ein 400 PS starkes V12-Coupé namens 500 Superfast. Beim neuen Superfast hat sich die Leistung exakt verdoppelt.

Der 6,5-Liter-V12, der über eine 350-bar-Direkteinspritzung und variable Ansaugrohre verfügt, stemmt 588 kW/800 PS und 718 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterräder.

Ferrari 812 Superfast
3 von 6

Der Pilot soll den Standardspurt des 1,5-Tonners in 2,9 Sekunden erleben und über 340 km/h schnell werden. Schon der Prüfstand-Verbrauch ist mit 15 Litern entsprechend hoch.

Ferrari 812 Superfast
4 von 6

Neben mehr Leistung bietet das neue F12-Derivat als erster Ferrari die neue elektrische Servolenkung EPS, die im Zusammenspiel mit den mitlenkenden Hinterrädern ein besonders gutes Handling in engen Kurven ermöglichen soll.

Für Freunde des gepflegten Drifts ist der Superfast zudem mit der neuesten Version der Side-Slip-Control ausgestattet.

Ferrari 812 Superfast
5 von 6

Obwohl unverkennbar ein Ableger des F12, wurde das Design des 812 in vielen Details modifiziert. So gibt es LED-Scheinwerfer und vier statt bisher zwei runde Rückleuchten. Auch das Aerodynamikdesign wurde in umfassend verändert und soll mehr Abtrieb als bisher garantieren.

Ferrari 812 Superfast
6 von 6

Angaben zum Marktstart und zum Preis hat Ferrari noch nicht gemacht. In seiner bisher schärfsten Ausbaustufe mit Namenszusatz „tds“ kostete der F12 rund 380.000 Euro. Gut möglich, dass der Superfast teurer wird.

Bisher hat der Autobauer als Ziel ausgegeben, seinen Absatz von zuletzt rund 8000 Fahrzeugen auf 9000 Autos im Jahr 2019 zu steigern. Unter der neuen Strategie, die Marchionne bereits im Mai angedeutet hat, könnten das bis zu 15.000 Autos sein, erwarten Analysten von Mediobanca, UBS und Sanford C. Bernstein.

Marchionne will seinen Plan laut den Insidern Anfang kommenden Jahres vorstellen. Der Manager will 2019 als Vorstandschef bei Fiat Chrysler zurücktreten und zwei Jahre später bei Ferrari.

  • Bloomberg
Startseite

Mehr zu: Sportwagen-Ikone - Ferrari plant radikalen Spurwechsel

0 Kommentare zu "Sportwagen-Ikone: Ferrari plant radikalen Spurwechsel"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%