Sportwagen in Computerspielen
Ein Porsche für 14,99 Euro

Viele Sportwagen feiern ihre Premieren nicht mehr auf Automessen, sondern in Computerspielen. Für die Hersteller sind die digitalen Traumwagen ideale Markenbotschafter. Und für die Entwickler ein lukratives Geschäft.
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DüsseldorfMit einem letzten Schwenk durch die Kurve, dann Gas, der Motor heult auf, nur noch wenige Meter bis zur Ziellinie – dann die Anzeige „Achtung, ihr Akkustand ist niedrig“. Manchmal sind es die Tücken der Smartphone-Technik, die einen von der Rennstrecke zurück in die Realität holen.

Rennspiele werden selbst immer realistischer –  egal ob auf dem vergleichsweise kleinen Bildschirm eines Smartphones oder der neusten Konsolengeneration. Der Traum von einer Hatz mit 300 km/h über die Rennstrecken der Welt ist nur einen Download entfernt. Und mit dem gestiegenen Realismus der PS-Wettbewerbe wächst auch die Attraktivität für die Hersteller, in diesem für sie sympathischen und authentischen Umfeld zu werben.

Mittlerweile feiern einige Rennwagen ihre Premiere nicht mehr auf Automessen, sondern im Computerspiel. Denn die Spiele sind auch ein Rennen um die Aufmerksamkeit der Spieler. Nur wer exklusiv ist, fällt auf.

Der Sportwagenbauer Porsche war unlängst der erste Autohersteller, der ein Modell zuerst in virtueller Umgebung präsentierte. Ambitionierte Spieler konnten bei verschiedenen Herausforderungen im Smartphone-Rennspiel „Real Racing 3“ den Cayman GT4 freispielen. Ein Modell, das man auf der Straße noch gar nicht sehen kann. „Wir wollen durch das Spiel die Faszination für Sportwagen der Marke Porsche transportieren“, sagt Sebastian Hornung, Projektleiter Branded Entertainment bei Porsche. Mit echten Strecken, echten Fahrzeugen, und auch echten Gegnern - so wirbt das Spiel.

Die Zielgruppe ist riesig. Weltweit wurde „Real Racing 3“ rund 160 Millionen Mal heruntergeladen. Entwickelt wurde das Spiel vom australischen Studio Firemonkeys, das wiederum zum Branchenriesen Electronic Arts gehört. Mit der „Cayman GT4 Challenge“ ist Porsche direkt auf der Startseite präsent, inklusive Link zum Webspecial des Herstellers. Bisher haben sich 1,6 Millionen Menschen an der Challenge versucht, immerhin 150.000 waren auch erfolgreich. Der Schwierigkeitsgrad ist knackig. „Auch bei Videospielen wird intensives Fahrtraining belohnt“, sagt Hornung.

Denn mit dem Schwierigkeitsgrad der Prüfungen steigt auch das, was Marketingfachleute „Kontaktzeit“ nennen – also die Zeit, in denen die Marke präsent ist, und wofür man in klassischen Medien viel Geld in die Hand nehmen muss. Vor allem erreichen die Hersteller über das mobile Spiel nicht nur Kinder und Teenager. 75 Prozent der Nutzer sind zwischen 18 und 49 Jahre alt und damit direkte Zielgruppe. Potentielle Autokäufer, die mit immer neuen Aktionen bei Laune gehalten werden. Im Jahr 2013 feierte Porsche den 50. Geburtstag des 911ers mit historischen Modellen, 2014 zelebrierten sie die Rückkehr nach Le Mans auf dem Smartphone.

Vielen Herstellern ist eine solche Plattform sogar Geld wert: sie bezahlen, um in den Spielen aufzutauchen. Sehr bekannte Hersteller wie Ferrari und Lamborghini kassieren dagegen Lizenzgebühren, damit ihre Fahrzeuge in den Spielen auftauchen dürfen. Besonders begehrt sind Exklusivrechte, denn wer einzigartige Boliden anbieten kann, lockt die Spieler. Porsche hat darum eine exklusive Partnerschaft mit Electronic Arts geschlossen und ist darum vor allem in der Rennserie „Need for Speed“ vertreten.

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