Sportwagenbauer
Volkswagen räumt bei Porsche auf

Porsches Holding SE macht erneut Verlust – der Ausblick fällt aber positiv aus, die Dividende steigt. Und Wolfsburg wertet Porsches neuen Chef auf. Aber gleichzeitig gibt VW der Sportwagen-Tochter auch eine klare Marschrichtung mit: Marke und Technik von Porsche müssen aufpoliert werden. Und zwar dringend.
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STUTTGART/HAMBURG. Der Autoriese Volkswagen greift immer stärker bei Porsches Finanzholding durch. Mit dem neuen Porsche-Chef Matthias Müller rückt nun schon der dritte Manager aus dem VW-Konzern in den Vorstand der Porsche SE ein, die Dachgesellschaft, die 50 Prozent an der Porsche AG und 51 Prozent an VW hält. Das hat der Aufsichtsrat beschlossen.

Aus Wolfsburg hat Müller eine unmissverständliche Devise erhalten: Er soll und muss Marke und Technik des Sportwagenbauers aufpolieren. Mit neuen Modellen wie dem kompakten Geländewagen Cajun, der auf Basis des Audi-Modells Q5 entwickelt wird, soll Müller Porsches Absatz mittelfristig auf 150 000 Fahrzeuge jährlich steigern. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Porsche 81 850 Autos abgesetzt – ein Plus von neun Prozent.

Dazu aber muss Müller der Sportwagen-Schmiede neuen Glanz verleihen – möglicherweise auch durch einen Einstieg in die Formel 1. Müllers Ziel: Porsche soll endlich wieder operativ glänzen statt durch waghalsige Optionsgeschäfte und kühne Bilanzmanöver wie im Fall des missglückten VW-Deals. Denn der Stuttgarter Autobauer schwächelt seit seinem gescheiterten Übernahmeversuch und ächzt unter Milliarden-Schulden, die durch eine für 2011 geplante Kapitalerhöhung gesenkt werden sollen.

Auch deshalb ist das einst legendäre Selbstvertrauen der Porsche-Mitarbeiter angeknackst, Müller muss sie nun mitnehmen – und motivieren. Der Manager: „Die Verletzungen sind nicht über Nacht zu heilen. Die 12 000 Mitarbeiter müssen Vertrauen in mich gewinnen und erleben, dass ich das umsetze, was ich sage.“

Müller, ein Vertrauter von VW-Chef Martin Winterkorn seit gemeinsamen Zeiten bei der Tochter Audi, zeichnete zuvor für die Strategie der Wolfsburger verantwortlich. Sein Vorgänger an der Spitze der Porsche AG und im Vorstand der SE, Michael Macht, fungiert seit zwei Wochen als Produktionsvorstand von VW in Wolfsburg.

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