Spritpreise
Kartellamt knöpft sich Ölkonzerne vor

Die hohen Spritpreise rufen die Kartellwächter auf den Plan. In einer umfassenden Untersuchung soll geklärt werden, ob im Raffineriesektor und in den Mineralölmärkten wirklich Wettbewerb herrscht.
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Düsseldorf,Das Bundeskartellamt behält wegen der hohen Spritpreise die Mineralölwirtschaft im Visier: Die Kartellwächter wollen untersuchen, ob im Raffineriesektor und in den Mineralölmärkten wirklich Wettbewerb herrscht. „Wir werden uns genauer ansehen, in welcher Form Preisebewegungen bei Rohöl und Mineralölprodukten an die Autofahrer weitergegeben werden“, kündigte Kartellamtschef Andreas Mundt in Bonn an. Dazu leitete Mundt eine umfassende Untersuchung des ganzen Wirtschaftszweigs ein. Das Kartellamt kann zu diesem Mittel greifen, wenn es vermutet, dass der Wettbewerb in einer Branche eingeschränkt ist.

Die Untersuchung solle „Aufschluss über die Wettbewerbsintensität bei Raffinerien und im Mineralölgroßhandel geben und etwaige Wettbewerbsprobleme aufdecken“, kündigte das Kartellamt an. Sie solle auch „Impulse für die öffentliche und politische Diskussion des Themas geben“.

Das Kartellamt hatte bereits mit einer breit angelegten, über gut drei Jahre andauernden Untersuchung den Tankstellenmarkt durchleuchtet. Die Studie habe gezeigt, dass fünf Ölmultis - Aral, Esso, Jet, Shell und Total - den Markt beherrschten, doch hätten sich keine Hinweise darauf ergeben, dass die Konzerne die Preise „explizit“ absprechen, hatte Mundt bei der Vorlage der Ergebnisse im Mai 2011 gesagt.

Dem Kartellamt sind damit die Hände gebunden: „Absprechen ist verboten, abgucken ist aber erlaubt“ - und genau dieses täten die Unternehmen, wenn sie die Preise erhöhen. Bei den Benzinpreisen tritt Mundt nun dafür ein, den Autofahrern in Deutschland den Vergleich der Spritpreise einzelner Tankstellen zu erleichtern.

Bei der Untersuchung des Raffinerie-Marktes in Deutschland wird Mundt wieder auf die bekannten Konzerne treffen. Shell betreibt etwa mit der Rheinland Raffinerie bei Köln die größte Raffinerie Deutschlands. Auch BP und Total verfügen hierzulande über Raffinerien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Spritpreise: Kartellamt knöpft sich Ölkonzerne vor"

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  • Das Kartellamt wird auch da versagen, genau wie im Lebensmittelbereich, wo der Handel mit den mittelständischen Herstellern macht was er will!
    Die sollten sich einen Top-Insider aus dem ganzen Ölkartellsumpf rauskaufen, der mit Wissen und Belegen die verbrecherischen Tätigkeiten dieser Untenehmen ans Tageslicht und vor den Kadi bringt!!

  • Funktioniert nicht, dieser Boykottaufruf. Ich bin es auch leid, immer das Gejammere der Autofahrer zu hören. Pendele selbst mit einem Gasauto, das rechnet sich super. Es gibt auch Biodiesel/Pflanzenöl, Erdgas..., man muss sich halt selbst kümmern.

    Und zum Schluss kann auch über eine Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel nachgedacht werden oder über weniger Fahrten. Nicht komfortabel in jedem Fall, hilft aber auch.

  • Die Kartelle, die das Kartellamt verhindern sollte, gibt es bereits. Die Preisabsprachen sind nicht nachvollziehbar ... oder besser gesagt beweisbar.
    Diese Kartellamt ist ein zahnloser Tiger, die Konzerne machen sowieso was sie wollen, wenn denen was nicht passt wird über "Mutti" Druck gemacht, die dann "jawoll, wird gemacht" sagt. Also was soll das Ganze? Es ist ein Kampf gegen Windmühlen.

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