Squeeze-out geplant
Oetker schluckt Radeberger komplett

Der Lebensmittelriese Oetker verschafft seiner Brau-Tochter größeren Spielraum für Übernahmen. Der Bielefelder Konzern will seinen Anteil an der Radeberger Gruppe AG (ehemals Binding) von 95,64 auf 100 % aufstocken, bestätigte Radeberger am Montag in Frankfurt/Main eine Veröffentlichung im Bundesanzeiger.

HB/dpa FRANKFURT/BIELEFELD. Die Minderheitsaktionäre der Radeberger Gruppe AG sollen gegen Barabfindung von 945,32 € je Stamm- und Vorzugsaktie aus der Aktiengesellschaft herausgedrängt werden. Dazu wurde eine außerordentlichen Hauptversammlung am 25. September 2003 einberufen.

Die Oetker-Biertochter ist der drittgrößte deutsche Brauer nach Holsten und Interbrew Deutschland (Diebels, Becks, Gilde). Sie ist interessiert an der Nummer vier der Branche, den Getränkekonzern Brau und Brunnen, der mehrheitlich noch der HypoVereinsbank gehört. Der Verkaufsprozess für Brau und Brunnen ist angelaufen, befindet sich jedoch noch in der Anfangsphase. Dem Vernehmen nach gibt es mehrere Interessenten. Die Radeberger Gruppe (Clausthaler, Schöfferhofer) erzielte 2002 ein Umsatzplus von 6,5 % auf 904 Mill. €.

Radeberger-Chef Ulrich Kallmeyer bewertet das Abfindungsangebot positiv. Die Radeberger Gruppe bekomme mit der Komplettübernahme durch Oetker einen größeren finanziellen Spielraum. Die Radeberger Gruppe sei die einzige Tochter des Konzerns, die börsennotiert sei. Darin werde aus Sicht von Oetker offenbar kein Vorteil gesehen. Den Minderheitsaktionären werde ein angemessenes Angebot unterbreitet, das Marktstellung und Potenziale berücksichtige, hieß es weiter.

Für unternehmerische Weichenstellungen sind bei einer börsennotierten Gesellschaft Beschlüsse der Hauptversammlung notwendig, für die unter anderem bestimmte Fristen eingehalten werden müssen. Nicht börsennotierte Unternehmen können daher in bestimmten Fällen schnellere Entscheidungen treffen.

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