Staatliche Agentur soll nun bei Firmenrettung helfen
Kosmetikfirma Kanebo lässt Verkauf platzen

Der überschuldete japanische Kosmetik- und Textilhersteller Kanebo hat seinen Milliarden-Deal mit Haushaltswarenhersteller Kao platzen lassen. Stattdessen soll nun die staatliche Sanierungsagentur IRC (Industrial Revitalization Corporation) zu Hilfe eilen.

bas TOKIO. Ursprünglich wollte Kanebo sein Kosmetikgeschäft an Kao verkaufen, um seine anderen Geschäftsbereiche wie Textilien, Lebensmittel und Pharmazeutika zu sanieren. Seit Oktober verhandeln die beiden Unternehmen über die Transaktion, die mit geschätzten 3 Mrd. Euro eine der größten Übernahmen in Japan geworden wäre. Doch in der Betriebsgewerkschaft wurden Befürchtungen stärker, das 60 Jahre alte Unternehmen könne nicht überleben, wenn das Kosmetikgeschäft, das rund 40 % des Umsatzes liefert, herausgelöst würde. Die Kanebo-Aktie reagierte mit einem Kursrutsch von 14,7 %. Kao-Aktien dagegen blieben mit minus 0,2 % stabil.

Seit Jahren gilt Kanebo angesichts seiner hohen Schulden als Wackelkandidat. Daran konnten auch zahlreiche Restrukturierungen nichts ändern. Die Hausbank Sumitomo Mitsui hat Druck gemacht, mit dem Verkauf des Kosmetikgeschäfts die Schulden von 524 Mrd. Yen oder knapp 4 Mrd. Euro abzubauen. Nun will Kanebo sein Kosmetikgeschäft im Mai ausgliedern. Die IRC soll Schulden des neuen Unternehmens aufkaufen und dafür mehr als 50 % der Anteile erhalten. Um wie viel die Schulden damit sinken, stehe noch nicht fest, sagte Kanebo-Finanzchef Kenzaburo Shimada.

Für die IRC wäre die Kanebo-Rettung ein Prestigegewinn, muss sich die im April 2003 mit vielen Vorschusslorbeeren gestartete Agentur doch vorwerfen lassen, bei der Sanierung der großen Namen außen vor zu bleiben. So teilte die Sanierungsagentur denn auch mit, sie werde die Bitte Kanebos positiv erwägen. Auch Sumitomo Mitsui sicherte seine weitere Unterstützung zu. Kanebo kündigte jedoch an, nicht um Krediterlass zu bitten, wie dies bei IRC-Sanierungen üblich ist. Das Unternehmen ist mit weitem Abstand nach Shiseido der zweitgrößte Kosmetikhersteller Japans.

Kao, als größter Produzent von Haushaltswaren in Japan und Nummer vier im Kosmetikgeschäft auf dem Weg zu einem Rekordgewinn, muss seine Expansionspläne nun überdenken. Analysten hatten die Übernahme des Kosmetikgeschäfts von Kanebo als sinnvoll bezeichnet.

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