Staatliche Hilfen
Steinbrück: Opel-Pleite würde Milliarden kosten

Um die Zukunft des angeschlagenen Autobauers Opel zu sichern, könnte der Staat als Retter einspringen. Das hat Finanzminister Peer Steinbrück angedeutet. Ein Zusammenbruch von Opel sei für den Steuerzahler teurer, sagte er. In der Union ist man sich nicht so sicher – hier sucht man noch nach einer einheitlichen Linie. Der Aufsichtsrat des Autobauers kommt demnächst zu einer Krisensitzung zusammen.

hz/saf/HB BERLIN. Ein Zusammenbruch von Opel könnte den Steuerzahler nach Einschätzung von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) zwei bis drei Milliarden Euro kosten. Steinbrück zeigte Bereitschaft für staatliche Hilfen, sofern ein schlüssiges Konzept vorgelegt wird. Im Fall einer Insolvenz seien bei Opel und seinen Zulieferern etwa 50 000 Beschäftigte betroffen, sagt er im ARD -"Bericht aus Berlin". Wenn diese arbeitslos würden, koste dies den Staat zwei bis drei Mrd. Euro. "Ist es dann nicht sinnvoller, behilflich zu sein, damit diese Menschen in Lohn und Brot bleiben?", sagte Steinbrück.

Opel ist um staatliche Hilfen in Milliardenhöhe bemüht. Die Firma mit über 25 000 Beschäftigten und Werken in vier Bundesländern benötigt nach unterschiedlichen Angaben bis zu 3,3 Mrd. Euro. Ein Opel-Sprecher kündigte ein Gesamtkonzept für das "künftige Geschäftsmodell von Opel in Europa" an. Dies werde die Adam Opel GmbH in den kommenden Tagen in enger Abstimmung mit dem US-Mutterkonzern General Motors vorlegen.

Wie Opels Zukunft aussehen könnte

Am Freitag kommt der Aufsichtsrat des Autobauers zu einer Krisensitzung zusammen. „Wir haben eine Opel-Aufsichtsratssitzung am 27. Februar“, sagte Opel-Aufsichtsrat Armin Schild dem Handelsblatt. „Ich gehe fest davon aus, dass wir bis dann deutlich weiter sind und dem Gremium auch bereits erste Grundzüge des neuen Zukunftskonzeptes präsentieren werden.“

Nach Worten des Opel-Aufsichtsrates sind bereits verschiedene Konzepte „relativ weit entwickelt“. „Wir brauchen jedoch für alles die Zustimmung der amerikanischen Mutter, weil sie direkt betroffen ist“, betonte das Mitglied des Kontrollgremiums. Schild warb in diesem Zusammenhang dafür, auf dem Weg in eine neue Unabhängigkeit von Opel „auch eine Phase von staatlicher Beteiligung zuzulassen, ohne dass wir uns in ordnungspolitische Grundsatzdebatten begeben“.

„Ich denke, gerade die Insolvenz von Saab hat gezeigt, dass da ja auch eine Uhr abläuft“, sagte Schild, der Frankfurter Bezirksleiter der IG Metall ist. „Wir reden hier ja nicht über eine theoretische Situation, sondern über eine ganz praktische Bedrohung.“

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