Staatliche Kredite engen ein
EADS borgt sich Geld von Privat

Im Jahr 2003 hat EADS zum letzten Mal den Kapitalmarkt genutzt, um sich Geld zu beschaffen. Jetzt könnte es wieder soweit sein, verschlingen die aktuellen Großprojekte A380 und A350XWB doch Milliarden. Staatliche Kredite scheint das Unternehmen meiden zu wollen – aus gutem Grund.

HB AMSTERDAM. Wie aus einer am Freitag auf der Website des Unternehmens veröffentlichten Präsentation für Analysten von Finanzvorstand Hans Peter Ring hervorgeht, könnte der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern das Geld durch die Ausgabe von Hybridanleihen oder mit „ähnlichen Instrumenten“ aufnehmen. Mit diesen möglichen Schritt könne das Unternehmen seine Kapitalbasis stärken und sein Kreditrating sichern, heißt es.

Angesichts der erwarteten Mittelabflüsse durch die Projekte A380 und A350 XWB in den kommenden Jahren wolle EADS seine „starke Liquiditätsposition“ absichern. So will EADS mindestens 3 Mrd. Euro in bar vorhalten. Eine „unnötige Kapitalerhöhung“ soll dabei verhindert werden, heißt es weiter in der Präsentation. So gebe es weder Bedarf noch Pläne für eine Kapitalerhöhung.

Die Lieferverzögerungen des neuen Großraumfliegers A380 kosten die Airbus-Mutter EADS bis 2010 mindestens 5 Mrd. Euro. Hinzu kommen hohe Entwicklungskosten für den neuen Langstrecken-Jet A350 XWB.

Bislang hat EADS große Teile seines Kapitalbedarfs durch staatliche Gelder gedeckt. Diese Kreditzusagen waren aber in vielen Fällen an Bedingungen geknüpft, etwa über die Verteilung der Produktion auf die einzelnen beteiligten Länder. In der jetzigen Zeit, wo Airbus umstrukturiert wird und Milliarden durch ein Kostensenkungsprogramm eingespart werden sollen, engen diese Bedingungen das Management stark ein. Ex-Airbus-Chef Christian Streiff war unter anderem mit seiner Forderung gescheitert, die Produktion des A380 komplett aus Hamburg abzuziehen und in Toulouse zu bündeln. Die Startbahn im Hamburger Werk war erst kurz zuvor mit öffentlichen Mitteln verlängert worden, um dem Riesenflieger genug Platz zu bieten.

Transport-Flugzeug A400M im Plan

Wie ebenfalls aus der Präsentation hervorgeht, rechnet der Konzern mit der ersten Auslieferung seines Militätstransporters A400M im vierten Quartal 2009. Dies wäre auf Grundlage früherer Aussagen eine fristgerechte Auslieferung des ersten Flugzeuges.

Am 5. Oktober hatte das Unternehmen mitgeteilt, mit dem A400M-Programm im Zeitplan zu liegen. Gerüchte um eine Verzögerungen seien „reine Spekulation“, hieß es damals. Derzeit befindet sich das Programm aber nach EADS-Angaben in der Überprüfung. Ingesamt rechnet EADS im kommenden Jahr mit einem Umsatz im Rüstungsgeschäft von rund 10 Mrd Euro, wie es weiter in der Präsentation heißt.

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