Staatlicher Petrochmie-Konzern NPC soll zu weltweitem Anbieter werden
Iran setzt auf Autos, Öl und Chemie

Seit Jahren bereits versucht Iran, mit Hilfe ausländischer Firmen seine vom Rohöl-Export abhängige Wirtschaft auf eine breitere Grundlage zu stellen. Dabei setzt das Land vor allem auf die Öl-, Chemie- und Autoindustrie. Auch viele deutsche Unternehmen sind mittlerweile engagiert. Doch der Konflikt um das Atomprogramm des Landes bringt für die Firmen hohe Risiken mit sich.

HB DÜSSELDORF. Vor allem die Autoindustrie erhofft sich viel von einem Engagement im Iran – und ist deshalb auch zu Kompromissen bereit. Der französische Autohersteller Renault etwa hat am Mittwoch Presseberichten widersprochen, Pläne zur Fertigung des Renault-Modells Logan im Iran seien auf Eis gelegt, weil die dortige Regierung einen Teil der Produktion auch in den Export geben wolle. Man arbeite an einer Lösung, sagte ein Renault-Sprecher. Das Logan-Projekt sei weiter auf Kurs.

Auch der iranische Verband der Autozulieferer glaubt auch nicht an ein Scheitern des Projekts, denn daran hingen für die Branche Auftragsvolumen von 700 Mill. Euro. Renault hat sich verpflichtet über 50 Prozent der Teile des Logan durch örtliche Zulieferer herstellen zu lassen. Der Iran wünscht, rund 20 Prozent der geplanten Produktion von jährlich 300 000 Fahrzeugen in Märkte exportieren zu dürfen, in denen Renault bereits präsent ist.

Renaults Konkurrent PSA Peugeot Citroën ist bereits seit einigen Jahren im Iran aktiv und überall im dortigen Straßenbild präsent. Peugeot arbeitet Khodro zusammen, dem größten iranischen Autohersteller. Dieser setzt den Mittelklassewagen 405 und den Kleinwagen 206 in Teheran zusammen. Im Jahr 2004 schloss Peugeot zwei neue Abkommen mit Khodro ab. Das eine sieht den Start einer neuen Stufenheck-Version des Kleinwagens 206 für den Iran vor, der dieses Jahr erfolgen soll. Das zweite Abkommen sieht den Bau des Kompaktwagens 307 vor.

Auch Volkswagen hat bereits erfolgreich Bande an den Persischen Golf geknüpft: Kerman Automotive Industries baut in Lizenz den „Gol“. Das Auto stammt aus der Golf-Familie und wird bereits in Brasilien montiert, von wo auch die Teile geliefert werden.

Das bevölkerungsreichste Land im Mittleren Osten sucht seit Jahren nach Wegen, um die Wirtschaft zu diversifizieren. Der Ausbau der Autoindustrie stellt darin nur eine wichtige Säule da. Gleichzeitig forciert Iran den Aufbau seiner Petrochemie. Ziel ist nicht nur, den Import von teurem Benzin zu verringern – der Iran hat nicht genügend Raffinieren, um seinen eigenen Bedarf zu decken –; der staatliche Petrochmie-Konzern NPC soll zu einem weltweiten Anbieter werden.

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