Staatsanwaltschaft ermittelt
Vorermittlungen gegen Walter Bau wegen Insolvenzverschleppung

Gegen das zusammengebrochene Bauunternhemen Walter Bau laufen bei der Staatsanwaltschaft Augsburg Vorermittlungen wegen Insolvenzverschleppung. Auslöser dafür seien zwei Anzeigen von Gläubigern gegen das Unternehmen, hieß es am Montag bei der Staatsanwaltschaft.

HB AUGSBURG/MÜNCHEN/STUTTGART. Die Kläger machten finanzielle Forderungen geltend, die seit geraumer Zeit nicht beglichen worden seien. Die Anzeige richte sich gegen die frühere Geschäftsführung des Unternehmens.

Die Staatsanwaltschaft will nun das Insolvenzgutachten abwarten, das gegenwärtig vom Insolvenzverwalter erstellt wird. Dies sei eine „wichtige Erkenntnisquelle“, um die Angaben in den beiden Anzeigen zu prüfen, sagte ein Behördensprecher. Den Verantwortlichen bei Walter Bau werde vorgeworfen, sie hätten die Insolvenz zu einem früheren Zeitpunkt beantragen müssen.

Die Walter Bau-AG mit rund 9000 Beschäftigten hatte im Februar Insolvenz angemeldet. Der österreichische Strabag-Verbund will profitable Teile des insolventen Unternehmens mit einem Bauvolumen von 1,2 Milliarden Euro übernehmen und rund 4100 Arbeitsplätze erhalten. Strabag strebt auch eine Übernahme der Walter Bau-Anteile an dem Stuttgarter Baukonzern Züblin an. Diesen Anteil von 48 Prozent will auch die Familie Lenz gemeinsam mit einem Investor übernehmen. Die Familie verfügt bereits über 43 Prozent der Züblin-Anteile.

Laut „Süddeutscher Zeitung“ (Dienstag) plant Strabag eine Fusion mit Züblin. Vorstandschef Hans Peter Haselsteiner sagte der „SZ“, er wolle die deutsche Tochtergesellschaft Strabag AG in Köln mit der Eduard Züblin AG zur Züblin-Strabag AG verschmelzen. Hauptsitz des neuen Konzerns könne Stuttgart sein. Die Familie Lenz ist jedoch gegen eine Fusion. Ein Sprecher der Familie sagte am Abend in Stuttgart: „Gegen die Sperrminorität der Familie Lenz ist die von Haselsteiner angestrebte Fusion schlicht unmöglich.“ Haselsteiner müsste für eine solche Fusion 75 Prozent der Züblin-Stimmen hinter sich bringen.

Unterdessen soll die Walter Beteiligungen und Immobilien AG, hinter der die Familie von Walter-Bau-Gründer Ignaz Walter stehe, ihren Anteil an der Walter Bau-AG von knapp 57 Prozent auf 48,2 Prozent abgebaut haben. Am 21. Februar sei die 50-Prozent-Schwelle bei den Stimmrechten unterschritten worden, hieß es.

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