Staatsanwaltschaft will Schuldfrage klären
Mannesmann-Verfahren vor der Neuauflage

Staatsanwalt Peter Lichtenberg will sich vor der Neuauflage des Prozesses um die millionenschweren Abfindungen bei Mannesmann nicht im Vorhinein auf die Schuld der angeklagten Manager festlegen.

HB FRANKFURT. „Wir gehen ergebnisoffen ins Verfahren“, sagte der Vertreter der Anklagebehörde in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ (Samstagsausgabe). Zwar habe der Bundesgerichtshof die Rechtsauffassung der Staatsanwaltschaft bestätigt, dass es für die Anerkennungsprämien an Mannesmann-Vorstand und -Aufsichtsrat keine Rechtfertigung gegeben habe, weil sie dem Unternehmen im Zuge der Übernahme durch Vodafone nicht genutzt hätten.

Doch entscheidend sei die Frage, ob den Angeklagten ihr Verhalten strafrechtlich vorgeworfen werden könne. „Aus Sicht der Staatsanwaltschaft wird der Hauptschwerpunkt auf der Klärung der Frage liegen, ob die Angeklagten sich zur Bewilligung der Prämien und Sonderzahlungen für berechtigt halten durften und ob ihnen bewusst war, dass diese Zahlung für die Mannesmann AG ohne Nutzen war“, sagte der Staatsanwalt der Zeitung.

Neue Beweismittel wollten die Ankläger nicht vorbringen. Die Verteidigung will dagegen mit neuen Zeugen und Beweisanträgen die Unschuld ihrer Mandanten beweisen. Die Neuauflage des Mannesmann-Verfahrens vor dem Landgericht in Düsseldorf beginnt am kommenden Donnerstag. Im ersten Prozess waren Manager und Aufsichtsräte freigesprochen worden, der Bundesgerichtshof hatte die Urteile aber aufgehoben.

Der als Chef der Deutschen Bank im Mittelpunkt des Interesses stehende Josef Ackermann strebt mit der Situation vertrauten Personen zufolge eine Einstellung gegen Geldbuße an. Bei einem Schuldspruch wäre der 58-jährige Banker aus der Schweiz den Kreisen zufolge kaum im Amt zu halten. Die Bank bereite für diesen Fall bereits Alternativen vor.

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