Staatsbeteiligung: Bund will fast ein Achtel des Rüstungskonzerns EADS

Staatsbeteiligung
Bund will fast ein Achtel des Rüstungskonzerns EADS

Deutschland macht es Frankreich und Spanien gleich und will sich direkt am Airbus-Hersteller und Rüstungskonzern EADS beteiligen. Schon Ende November sollen die Details dazu festgezurrt sein.

BerlinDie Bundesregierung bereitet den konkreten Staatseinstieg in den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS vor. Nach Informationen des Handelsblatts (Dienstagausgabe) aus Verhandlungskreisen soll der deutsche Anteil künftig bei zwölf Prozent liegen. Frankreich will seinen Anteil von 15 auf ebenfalls zwölf Prozent reduzieren, Spanien soll weiterhin 5,5 Prozent an dem Konzern halten. Die Verhandlungen der drei Länder sollen bis Ende November abgeschlossen sein, erfuhr das Handelsblatt.

Zudem sollen künftig Entscheidungen in einem transparenten Verfahren getroffen werden, das den Verwaltungsrat und die jährliche Hauptversammlung umfasst. „Mauscheleien“ in einem intransparenten Aktionärspakt, so ein deutscher Unterhändler, sollen damit vermieden werden.

Bisher halten Deutschland, Frankreich und Spanien - direkt oder indirekt - rund 50 Prozent an EADS. Auf deutscher Seite sind 22,5 Prozent im Besitz des Autoherstellers Daimler und eines Konsortiums aus öffentlichen und privaten Banken. Auf französischer Seite sind es ebenfalls 22,5 Prozent, die dem Staat und dem französischen Lagardère-Konzerns gehören.

Daimler strebt seit längerem einen Verkauf von Anteilen an. Die Bundesregierung hatte sich zwar immer wieder für einen Verkauf an einen privaten Investor ausgesprochen, dies scheiterte jedoch. Der Lagardère-Konzern will sich aller Voraussicht nach im kommenden Jahr aus EADS zurückziehen.

Auch der französische Lagardère-Konzern wird sich aller Voraussicht nach im kommenden Jahr aus dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS zurückziehen. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass Lagardère sich 2013 von seinen EADS-Anteilen trennen werde, sagte Konzernchef Arnaud Lagardère nach Angaben eines Firmenverantwortlichen vom Dienstag.
Die Ankündigung machte Lagardère bei einem Treffen mit Analysten bei der Vorstellung der Quartalszahlen seines Konzerns. Er verwies auf Fortschritte beim Bau des neuen Langstreckenfliegers A350 und des Militärtransportflugzeugs A400M der EADS-Tochter Airbus. Damit biete sich eine gute Gelegenheit, die EADS-Anteile zu verkaufen. Arnaud Lagardère ist derzeit Chef des EADS-Verwaltungsrats. Der französische Mischkonzern hält 7,5 Prozent der EADS-Anteile, zusammen mit dem französischen Staat sind es über die Holding Sogeade 22,35 Prozent.

 
Der Autor ist stellvertretender Chefredakteur und Büroleiter in Berlin.
Michael Inacker
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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