Staatsbeteiligungen verteilt
Spanien will EADS-Beteiligung aufstocken

Die spanische Regierung will ihre Beteiligung am Flugzeugbau- und Rüstungskonzern EADS fast verdoppeln. Der Anteil soll von 5,5 Prozent auf 10,0 Prozent steigen, teilte ein Regierungssprecher mit. Nun will Spanien stärker im europäischen Konsortium des Unternehmens mitmischen.

HB MADRID/MÜNCHEN. Spanien soll so besser im europäischen Konsortium des Konzerns vertreten sein. „Es ist ein Bestreben der Regierung, den Anteil an EADS zu erhöhen, und damit natürlich auch an Airbus“, sagte ein Vertreter des spanischen Industrieministeriums am Dienstag. Ein Zweck des Vorhabens sei, dass künftig ein größerer Anteil der EADS-Fertigung Spanien zugeschlagen werden solle.

Die spanische Zeitung „El Pais“ berichtete, die angestrebte Aufstockung dürfte etwa eine Milliarde Euro kosten. Die mit dem Vorgang vertraute Person aus dem Industrieministerium sagte dazu jedoch, es sei zu früh, um über Zahlen zu sprechen. „Alles was wir jetzt tun müssen ist warten, ob einer der Partner bei EADS uns einen solchen Anteil anbietet“, hieß es. Die spanische Regierung zieht bei dem Plan offenbar durchaus auch eine Partnerschaft mit einem Privatunternehmen in Betracht. „Die Regierung könnte es alleine machen, oder zusammen mit der Privatwirtschaft“, hieß es in den Kreisen.

In dem „El Pais“-Bericht heiß es, die spanische Seite wolle ihren Vorschlag bei einer Sitzung des EADS-Verwaltungsrats Mitte des Monats und bei einem Treffen der involvierten Industrieminister während der Luftfahrtschau im britischen Farnborough am 17. Juli präsentieren. Spanien wolle einen höheren Anteil an der Fertigung des zu EADS gehörenden Flugzeugherstellers Airbus erreichen und spekuliere auf bis zu 1000 zusätzliche Arbeitsplätze dadurch. In der Arbeitsteilung der Airbus-Partnerländer entfällt bislang ein Fertigungsanteil von rund sieben Prozent auf Spanien.

Größte Anteilseigner bei EADS sind der DaimlerChrysler-Konzern, die französische Lagardere-Gruppe und die französische Regierung, wodurch der deutschen und der französischen Seite jeweils rund 22,5 Prozent zugerechnet werden. Spanien hält bislang rund 5,5 Prozent der Anteile.

Ein EADS-Sprecher sagte, grundsätzlich freue sich EADS über jeden Aktionär, der seine Anteile aufstocken wolle. In der Vergangenheit hatte sich der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern aber eher für einen höheren Streubesitz ausgesprochen. Fertigungsanteile vergibt der Konzern eher mit der Vergabe von Aufträgen. So ist etwa ein Milliardenauftrag des US-Militärs für Hubschrauber des Konzerns mit dem Aufbau einer eigenen Fertigungslinie in den USA verbunden.

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