Staatshilfen gefordert
Airbus hält die Hand immer weiter auf

Der europäische Flugzeugbauer Airbus ruft nach mehr staatlichen Beihilfen, um die Entwicklung neuer Technologien zu finanzieren. In einer gemeinsamen Initiative der führenden französischen Luft- und Raumfahrt-Unternehmen wie Thales, Dassault und Safran forderte Airbus-Vize Fabrice Bregier die französische Regierung auf, die Branche mit 800 Mio. Euro in den nächsten fünf Jahren zu stützen.

PARIS. „Die Errungenschaften aus der Zeit von Charles de Gaulle und Pompidou (zum Aufbau der Luftfahrbranche, d. Red) sind nicht auf Dauer garantiert“, sagte Bregier. Nur wenn der Staat der Industrie einen Teil des Risikos abnähme, könnte die Branche die Entwicklung bahnbrechender Technologien wie neue Triebewerke mit freiliegenden Schaufelrädern (Open Rotor) finanzieren.

Airbus und die anderen Konzerne rufen nach neuen Subventionen, während die Welthandelsorganisation kurz vor einer Entscheidung im jahrzehntelangen Streit zwischen den USA und der EU um illegale Beihilfen für die Luftfahrtindustrie steht. Nach einem ersten Zwischenbericht über Airbus-Beihilfen wird nun ein erstes Votum über die staatliche Unterstützung für den US-Konkurrenten Boeing erwartet. Trotz des Streits wollen die Airbus-Gründer-Staaten dem Konzern mit rund drei Mrd. Euro Anschubkrediten unter die Arme greifen. Damit soll Airbus das neue Langstreckenflugzeug A350 entwickeln. Die Kredite muss Airbus nur dann zurückzahlen, wenn das Modell Geld einfliegt.

Das reicht aber wohl noch nicht. Bregier begründete den Ruf nach mehr Geld auch mit der neuen Konkurrenz aus China und Russland. „Wir dürfen daher die Entwicklung der Nachfolger für die A320 nicht vermasseln“, sagte Bregier. Der Nachfolger des Bestsellers könne nur dann ein Erfolg werden, wenn er weniger Sprit verbrauche. Dafür sei ein Technologiesprung nötig.

Der Subventionsappell hat indes auch einen französischen Hintergrund. Trotz ausufernder Staatsverschuldung will Staatspräsident Nicolas Sarkozy eine Sonderanleihe begeben, um so genannte „Zukunftsinvestitionen“ zu finanzieren. Das Volumen der Anleihe ist noch unklar, das Wettrennen der Lobbies um das Geld hat aber begonnen. „Was wir entwickeln ist allemal innovativer als eine Batterie in ein Auto zu packen“, lästerte Bregier mit Blick auf die Milliardenschweren Hilfen Frankreichs zur Entwicklung von Elektro-Autos.

Unverblümt argumentierte der Airbus-Manager mit Arbeitsplätzen: „Wir bauen die A350 in Europa, weil hier die Technik dazu entwickelt worden ist.“ Dabei ist erklärtes Ziel von Airbus, mehr Wertschöpfung aus der Eurozone zu verlagern, um sich gegen Dollarschwankungen zu wappnen.

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