Stabile Ergebnisse
Deutsche Firmen stemmen sich gegen „Chemiekrise“

Das vergangene Quartal war nicht leicht für die deutschen Chemieunternehmen. Doch während die US-Konkurrenten mit sinkenden Gewinnen kämpfen, behaupten sich die Deutschen – und erhoffen sich sogar Auftrieb.
  • 0

DüsseldorfDie deutsche Chemiebranche stemmt sich mit aller Macht gegen die Euro-Krise. Obwohl die Geschäfte vor allem durch die Konjunkturflaute in Südeuropa zurückgehen, weisen die großen Chemiekonzerne der Republik im zweiten Quartal solide Zahlen vor. Und die Unternehmen geben, was fast wichtiger ist, relativ stabile Prognosen ab.

Damit setzen sich die deutschen Chemiespezialisten von der US-Konkurrenz ab. Dupont hatte im vergangenen Vierteljahr mit sinkenden Gewinnen zu kämpfen. Der zweitgrößte Chemiekonzern der Welt und der größte der USA, Dow Chemical, musste gar einen Gewinneinbruch verkünden.

Dabei läuft es sowohl für die europäischen als auch für die US-Chemieriesen in Südamerika noch richtig gut. In Asien trübt sich das Geschäft in einigen Bereichen zwar langsam ein. Doch die Deutschen haben den soliden Heimatmarkt und mit dem schwachen Euro derzeit einen Vorteil gegenüber den Amerikanern im internationalen Geschäft. Das zusammen bewahrt die Branche hierzulande bisher vor ähnlichen Einbrüchen wie bei Dow und Dupont.

Die deutsche Chemiebranche rechne damit, „dass das schwache Europageschäft durch die Exporte nach Nordamerika und Asien sowie durch die Verkäufe im Inland“ kompensiert werden könne, sagte Klaus Engel Mitte Juli. Der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) hat in seiner Funktion als Evonik-Chef heute gute Zahlen vorgelegt.

Der Quartalsgewinn nach Steuern stieg um knapp 40 Prozent auf 258 Millionen Euro. Mit dem starken Vierteljahr hält der Konzern seinen Halbjahresgewinn stabil bei gut 500 Millionen Euro. Die Evonik-Zahlen unterstreichen dabei Engels Branchen-Zwischenfazit: „Alles in allem kann die chemische Industrie mit der Halbjahresbilanz zufrieden sein.“

Zuvor hatten sich auch schon die Chemieriesen BASF und Bayer gegen den weltweiten Branchentrend konstant präsentiert. Branchenprimus BASF steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um gut fünf Prozent auf 19,4 Milliarden Euro, der bereinigte Betriebsgewinn stieg um gut zehn Prozent auf 2,5 Milliarden Euro an. Der Nettogewinn ging um 15 Prozent zurück, da Sondersteuern das Ölgeschäft in Libyen belasteten. Doch gerade im Öl- und Gasgeschäft sind die Ludwigshafener für das zweite Halbjahr zuversichtlich. Der Betriebsgewinn der Sparte ging im schon im vergangenen Vierteljahr durch die Decke und stieg um 165 Prozent. Konzernchef Kurt Bock bekräftigte daher das Jahresziel, den Betriebsgewinn zu steigern.

Seite 1:

Deutsche Firmen stemmen sich gegen „Chemiekrise“

Seite 2:

Agrochemie bedeutendster Wachstumsbringer

Kommentare zu " Stabile Ergebnisse: Deutsche Firmen stemmen sich gegen „Chemiekrise“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%