Stabiles Geschäft
Linde-Chef erwartet ordentliches Ergebnis

Zum Jahresergebnis 2004 des Industriegas- und Gabelstaplerkonzerns Linde hat sich der Vorstandschef des Unternehmens, Wolfgang Reitzle, zuversichtlich geäußert. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte Reitzle am Donnerstag: „Wir werden daher beim Ergebnis eine ganz ordentliche Figur machen.“

HB BERLIN. Mit Blick auf das Industriegas-Geschäft des Konzerns fügte er hinzu: „Wir können hier im Schnitt 1,5 mal so stark wie die Weltwirtschaft wachsen.“ Im Jahr 2004 wuchs die Weltwirtschaft nach Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) um rund 5 Prozent, 2005 wird ein Plus von 4,2 Prozent erwartet. „Derzeit ist eine sehr gute Zeit für uns“, sagte Reitzle. Linde hatte im Gasegeschäft im Jahr 2003 ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 6,2 Prozent erzielt.

Reitzle betonte, aufgrund der vielfältigen Produkte der Gasesparte sei das Geschäft recht stabil. Der Wasserstoff nehme dabei eine wichtige Stellung ein. „Wir werden wenigsten um zehn Prozent wachsen im Wasserstoffgeschäft“, sagte er. „Wir haben jetzt 450 Millionen Euro Umsatz und erwarten in diesem Jahr dann 500 Millionen Euro.“ Zweistellig werde zudem der Absatz von Gasen wie Sauerstoff in der Medizintechnik steigen. „Wir bauen Healthcare weiter stark aus“, kündigte der Vorstandschef an, der in diesem Bereich in der Vergangenheit bereits zugekauft hatte.

Von Reuters befragte Analysten erwarten beim operativen Ergebnis (EBITA) im Schnitt ein Ergebnis von 727 Millionen Euro. Im Jahr 2003 hatte es 671 Millionen Euro betragen. Linde will Zahlen für 2004 am 28. Februar vorstellen.

Unter Hinweis auf die überproportionalen Wachstumsraten beim Wasserstoff sagte Reitzle: „Das wird auf jeden Fall ein immer interessanteres Segment für uns.“ Der Linde-Chef hatte bei einem Kongress in Berlin den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur an deutschen Autobahnen angeregt, um diesen auch in der Automobiltechnik durchzusetzen. Zudem sprach er sich für eine Steuerbefreiung des Treibstoffs bis 2020 aus. Reitzle machte aber deutlich, dass er langfristig Linde nicht als reinen Lieferanten des Gases sehe. „Spätestens dann, wenn der Wasserstoff eine dominante Energiequelle für das Auto wird, vermute ich, werden die großen Mineralölkonzern dort einsteigen.“ Dies könnten das Gas dann in Großanlagen billiger herstellen. „Wir sind eher in der Lage, uns in der Prozesskette von der Produktion über die Speicherung, Verflüssigung und Verteilung bis zur Endkunden aufzustellen.“

Linde ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Hersteller von Wasserstoff-Produktionsanlagen. Der Konzern rüstet zudem Tankstellen mit Wasserstoff aus und betreibt hier zu Lande die einzige Wasserstoff-Verflüssigungsanlage.

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