Stada

Mehr Gegenwind für den Aufsichtsratschef

Seit Monaten dauert der Machtkampf zwischen dem Investor Active Ownership Capital und der Führung des Pharmaherstellers nun schon an. Auf der Hauptversammlung könnte es zum Showdown kommen.
Der Stada-Aufsichtsrat gerät zunehmend unter Druck. Quelle: dpa
Stada-Produktkontrolle

Der Stada-Aufsichtsrat gerät zunehmend unter Druck.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Aufsichtsratsvorsitzende des umkämpften Pharmaherstellers Stada, Martin Abend, muss auf der Hauptversammlung am Freitag offenbar mit mehr Gegenwind rechnen als bisher erwartet. Denn wie sich inzwischen herausstellt, steht auch der US-Aktionärsberater Glass Lewis letztlich nicht so klar auf Seiten der Stada-Führung wie bisher unterstellt und in verschiedenen Medien (darunter auch im Handelsblatt) berichtet.

Glass Lewis lehnt zwar einen kompletten Austausch der Kapitalvertreter im Stada-AR ab, spricht sich aber ebenfalls für die Abwahl des derzeitigen Vorsitzenden Martin Abend aus. Das geht aus einer Stellungnahme des Aktionärsberaters hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Die amerikanischen Analysten beziehen damit offenbar auch eine andere Position als ihre 2015 erworbene deutsche Tochter Ivox, die sich für die Wahlvorschläge der Verwaltung ausgesprochen hat.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

In einem der zentralen Streitpunkte der HV unterstützt Glass Lewis danach – ebenso wie auch der Berater Institutional Shareholder Service (ISS) – damit den opponierenden Aktionär Active Ownership Capital (AOC), der in einem Gegenantrag zur Tagesordnung die Abwahl von Abend fordert. Glass Lewis und ISS sind Serviceunternehmen, die Analysen und Abstimmungsempfehlungen im Auftrag institutioneller Investoren erarbeiten. Sie gelten als sehr einflussreich, weil sich viele Fondsmanager bei einem Votum gegen die Vorschläge von Unternehmen durch die Empfehlungen der Aktionärsberater absichern. Vor allem angelsächsische Fonds dürften von den Analysen relativ stark beeinflusst werden.

Die Analysten von Glass Lewis begründen ihre Unterstützung für die Abwahl Abends vor allem damit, dass er aus ihrer Sicht mitverantwortlich ist für die langfristig schwache finanzielle Performance des Pharmaunternehmens. Die Aktionärsberater sprechen sich zudem auch für den von AOC vorgeschlagenen früheren Novartis-Manager Eric Cornut aus, der Abend nach Plänen von AOC im Stada-Aufsichtsrat ersetzen und im Fall seiner Wahl wohl auch den Vorsitz übernehmen soll.

Cornuts operative Erfahrung könne ein Asset für die Firma sein, heißt es in der Analyse. Auch dem von AOC vorgeschlagenen Kandidaten Hans-Helmut Fabry, der anstelle des Stada-Kandidaten Gunnar Riemann in den AR einziehen soll, geben die Analysten ein positives Votum. Andererseits spricht sich Glass Lewis aber gegen die Abwahl von Oetker aus und damit auch gegen die von AOC geforderte komplette Erneuerung des AR. Ein kompletter Austausch des Aufsichtsrates könne zu Diskontinuität führen und sei letztlich nicht im besten Interesse aller Aktionäre. Auch die von AOC vorgeschlagene Wahl des früheren Hexal-Managers Klaus-Joachim Krauth anstelle der von Stada vorgeschlagenen Birgit Kudlek unterstützt Glass Lewis nicht.

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