Stada und CVC Übernahme? Ein Gerücht.

Derzeit wehrt Stada Attacken gegen einen aktivistischen Investor ab. Dazu kommt: Konzernchef Retzlaff muss sein Amt krankheitsbedingt ruhen lassen. Gerüchte zu Übernahmegesprächen dementiert der Arzneimittelhersteller.
Die Produktion des Arzneiherstellers Stada: Der Pharmakonzern dementiert Übernahmegerüchte. Quelle: dpa
Stada

Die Produktion des Arzneiherstellers Stada: Der Pharmakonzern dementiert Übernahmegerüchte.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Arzneimittelhersteller Stada hat Berichte über Gespräche mit dem britischen Finanzinvestor CVC über eine Übernahme dementiert. „Das sind Gerüchte. Es gibt keine Gespräche mit CVC und es hat auch keine gegeben“, sagte ein Sprecher. Übernahmespekulationen hatten zuletzt den Anteilsscheinen des Unternehmens aus dem hessischen Bad Vilbel bei Frankfurt Auftrieb gegeben.

Das „Wall Street Journal“ hatte vor zwei Wochen berichtet, Stada habe erste, informelle Gespräche mit CVC über eine mögliche Übernahme des Unternehmens geführt. Dabei könnte Stada mit rund 3,7 Milliarden Euro oder 60 Euro je Aktie bewertet werden. Stada hatte sich zunächst nicht dazu äußern wollen und wies nun die Gerüchte erstmals zurück. CVC lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Hersteller von Nachahmermedikamenten und Markenprodukten wie Ladival Sonnenmilch und Grippostad C steckt mitten in einer Auseinandersetzung mit dem aktivistischen Investor Active Ownership. Dieser hält gut fünf Prozent an Stada und fordert unter anderem eine Neubesetzung des Aufsichtsrates. Das hatte zu Spekulationen geführt, dass sich Stada Schützenhilfe von einem Finanzinvestor holen könnte. „Auch mit anderen Finanzinvestoren werden gegenwärtig keine Gespräche über eine Übernahme von Stada geführt“, erfuhr jedoch Reuters von einer mit der Sache vertrauten Person. Stada wollte sich dazu nicht äußern.

Neue Nahrung hatten Übernahmespekulationen auch von einem überraschenden Führungswechsel erhalten. Vorstandschef Hartmut Retzlaff, der seit 23 Jahren an der Konzernspitze steht, muss sein Amt krankheitsbedingt vorübergehend ruhen lassen. Stada hatte am Sonntagabend mitgeteilt, dass seine Aufgaben von den beiden anderen Vorstandsmitgliedern Helmut Kraft und Matthias Wiedenfels übernommen werden. Wiedenfels wurde vom Aufsichtsrat zudem zunächst zum neuen Vorstandschef berufen. AOC hatte auch Defizite in der Führung von Stada bemängelt.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Seit dem ersten Medienbericht über eine mögliche Übernahme durch CVC haben Stada-Aktien knapp zwölf Prozent zugelegt. Mit 49,40 Euro markierten sie zeitweise ein Neun-Jahres-Hoch. Der deutsche Nebenwerte-Index MDax gewann im gleichen Zeitraum nur etwa ein Prozent. Aktuell kosten Stada-Papiere 48,78 Euro.

  • rtr
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