Stadler
Schweizer Hersteller will deutsches Schienennetz erobern

Im Schienenfernverkehr wird der Wettbewerb der Produzenten härter. Das Unternehmen Stadler drängt auf den Markt und will Siemens und Bombardier Anteile abnehmen. Die 250 Stundenkilometer-Marke soll bald geknackt sein.
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BerlinDie Konkurrenz sollte sich diesen Namen schon mal merken: Die Stadler Rail Group will in die Bundesliga der Bahnindustrie aufsteigen - behutsam, aber beharrlich. Hochgeschwindigkeitszüge mit 300 Stundenkilometern seien zwar noch eine Nummer zu groß, „aber das Intercity-Segment haben wir im Visier“, sagte Stadler-Deutschland-Chef Michael Daum dem Handelsblatt. Zu viele Schritte auf einmal will er nicht machen. „Aber 250 Stundenkilometer trauen wir uns zu“, sagte Daum. Der Zughersteller mit Hauptsitz in der Schweiz hat bereits mit der Produktentwicklung begonnen: „In fünf Jahren soll der erste Zug verkauft sein“, sagte Daum.

Mit dem Schritt in den IC-Markt dringt Stadler in das Revier der europäischen Branchenführer Alstom, Bombardier und Siemens vor. Bislang ist das Unternehmen vor allem für seine Schienenfahrzeuge für den Regionalverkehr, S- und U-Bahnen sowie Straßenbahnen bekannt - das aber weltweit. 4500 Mitarbeiter in insgesamt sechs Ländern sollen 2012 rund zwei Milliarden Euro erwirtschaften, das ist der Plan. 2010 lag der Umsatz noch bei der Hälfte.

Vor allem mit seinem Flirt (Flinker Leichter Innovativer Regional-Triebzug), 2002 auf dem Markt lanciert, hat sich das Schweizer Unternehmen auch international einen Namen gemacht. Die Züge sind extrem variabel und in verschiedensten Ausführungen zu haben, vor allem aber wintertauglich. So wird der Flirt - der mit 200 Stundenkilometern bislang schnellste Stadler-Zug - auch in Finnland und Norwegen eingesetzt.

Hitze kann er aber mindestens ebenso gut vertragen: Mehr als 60 dieser Züge fahren in Algerien. Auf der Berliner Bahnmesse Innotrans, die heute beginnt, wird Stadler fünf neue Fahrzeuge vorstellen.

Berlin-Brandenburg ist Sitz der zweitgrößten Stadler-Niederlassung. Hier wird unter anderem das weltweite Straßenbahngeschäft verantwortet. Die Stadler Pankow GmbH wurde 2000 als Joint Venture mit Adtranz gegründet. 2001 übernahm Stadler Rail sämtliche Geschäftsanteile, weil Bombardier Adtranz erwarb und den Joint-Venture-Anteil aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen musste.

Seitdem boomt das Geschäft. „Wir haben viel dafür getan, unsere Produktvielfalt zu erhöhen“, sagte Deutschland-Chef Daum. Mit seinem Standort erzielt er einen Umsatz von 400 Millionen Euro, „20-mal so viel wie zu Beginn“. Ertragszahlen gibt das Familienunternehmen nicht preis.

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Der Standort Berlin knüpft an seine Blütezeiten an

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  • Mit dem richtigen Produkt und dem richtigen Management kann man auch im Osten der Republik zukunftsträchtige Industrien aufbauen und auch Geld verdienen. Es muss nicht immer alles von SIEMENS sein ? !.

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